Die Hamburger Hochschulen sind Einrichtungen dieser Stadt für die Bevölkerung. Sie wollen mit ihrer Arbeit zu einer friedlichen, sozialen, demokratischen, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Sie haben die Aufgabe, wissenschaftlich die Welt zu durchdringen, die aktuellen Verhältnisse in ihrer historischen Entstehung kritisch zu reflektieren. Daraus müssen Lösungsansätze und Alternativen zum Status quo erarbeitet und im Sinne der Allgemeinheit gesellschaftlich durchgesetzt werden. Die Wahrnehmung dieser Verantwortung muss ausgeweitet werden (können).
Dagegen richtet sich die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen, sowie die aktuelle Politik des Hamburger Senats. Diese besteht darin:

  • Die forcierte Ausrichtung der Hochschulen auf Wirtschaftscluster durch das „Strategiepapier“ des Senats gegen den Willen und die Verantwortung der Hochschulen.
  • Ein für die Demokratisierung der Hochschulen unzureichendes Hochschulgesetz, trotz der Novelle vom 8.7.2014.
  • Verschleppung der notwendigen Baumaßnahmen.
  • Von den „BAföG-Millionen“ geht kein Cent an die Hochschulen.

Die Mitglieder der Hochschulen nehmen diese Ärgernisse zum Anlass, die öffentliche Auseinandersetzung und den Protest für grundlegende Verbesserungen für Bildung und Wissenschaft in Studium, Lehre und Forschung gegen die jahrzehntelange Unterfinanzierung und für die bedarfsgemäße Ausfinanzierung zu intensivieren.

Auch mit Blick auf die Haushaltslesungen in der Bürgerschaft gehen wir als Mitglieder aller Hamburger Hochschulen am Dienstag, den 09.12.2014, ab 14 Uhr gemeinsam auf die Straße, um einzutreten für:

  • Eine demokratische statt unternehmerische Hochschule
    u.a. durch demokratische Gremien auf allen Ebenen und Abschaffung des Hochschulrats.
  • Emanzipatorische Bildung statt Erziehung zu Konformität
    u.a. durch problemorientiertes, kritisches Projektstudium und forschendes Lernen.
  • Kooperatives Lernen statt Paukerei unter Konkurrenzdruck u.a. durch Masterplätze für Alle und Verringerung der Prüfungsdichte.
  • Verantwortungsvolle Wissenschaft statt verordneter inhaltlicher und kultureller Unterwerfung unter Drittmittel u.a. durch Grundfinanzierung und Orientierung an der Lösung epochaler Schlüsselprobleme.
  • Soziale Perspektive statt sozialer Not u.a. durch Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse mit Entfristung und Lohnerhöhung.
  • Solide Gebäude statt Ruinen u.a. durch bedarfsgerechte Sanierung und Ausbau der Gebäude.
  • Kritische Kultur statt Kommerz-Orientierung u.a. durch öffentliche Förderung der wissenschaftlich-kulturellen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen.
  • Bedarfsgemäße Ausfinanzierung statt konkurrenzschürende Unterfinanzierung u.a. durch staatliche Mehrausgaben und Umverteilung von oben nach unten.

Die aktuelle Politik des Kürzungswahns, zumal in einer der reichsten Städte der Welt, ist zum großen Schaden von Bildung und Wissenschaft. Damit schadet sie allen Menschen, denn sie schränkt die Hamburger Hochschulen darin ein, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, durch Bildung, Wissenschaft und Kultur einer positiven Entwicklung der Gesellschaft zu dienen. Das wollen wir ändern!

Demonstration als Sternmarsch: Dienstag, 09.12.2014

14:00 Uhr: ab Bahnhof Dammtor (Uni & HfMT) & Berliner Tor (HAW & HfBK)
15.30 Uhr: Hauptbahnhof (TUHH & HCU)


Bild Demo: Jasper Forth, CC BY ND 2.0