Am Freitag, den 26. März 2010 ist Equal Pay Day. Die GRÜNE JUGEND Hamburg wird mit einer Aktion darauf aufmerksam machen, dass wir in Deutschland von fairen Chancen für Frauen im Berufsleben noch immer weit entfernt sind – trotz rechtlicher Gleichstellung. Bis zu diesem Tag hätten Frauen statistisch gesehen arbeiten müssen, um den gleichen Jahreslohn wie Männer im Jahr 2009 zu bekommen.

Die Aktion findet um 16.30 Uhr in der Innenstadt statt. Treffpunkt:
Platz an der U-Bahnstation Mönckebergstraße.

Die genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg Lena Mußlick sagt:

„Mit der Teilnahme am Equal Pay Day wollen wir das Bewusstsein für die Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern schärfen. Wir fordern gesetzliche Regelungen, die diese verdeckte Form der Diskriminierung beenden.“

Die Forderungen der GRÜNEN JUGEND Hamburg:

– gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
– gesetzliche Regelung zur quotierten Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten in Politik und Wirtschaft
– Mindestlöhne, von denen jede vierte Frau profitieren würde, weil damit prekäre Situationen im Niedriglohnsektor entschärft werden, in dem zu 70% Frauen arbeiten
– Abschaffung des Ehegattensplittings, das besonders Frauen in schlecht bezahlte Teilzeitbeschäftigungen und Nicht-Berufstätigkeit drängt
– Bessere öffentliche Kinderbetreuung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer zu gewährleisten, insbesondere einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kita-Platz für jedes Kind

Lena Mußlick weiter:

„Gerade aktuelle Forderungen nach einem Betreuungsgeld für ein Elternteil halten wir für fatal. Dies unterstützt und verstärkt bestehende Rollenbilder und schafft unnötige Anreize nicht berufstätig zu sein. Gerade in Anbetracht des neuen Scheidungsrechts hat dies auch enorme finanzielle Auswirkungen auf die Altersvorsorge. Wir fordern daher: Krippenplätze statt Herdprämie!“

Weitere Informationen:
Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag in den letzten Jahren 22 % unter dem von Männern, im Jahr 2009 waren es sogar 23%. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich eines der Schlusslichter. Auch für gleiche Arbeit bei gleicher Ausbildung, Beruf und Alter bekommen Frauen 12 % weniger Gehalt.

Die Ursachen für diese Lohndifferenz sind vielfältig. Bestehende Rollenbilder und Aufgabenverteilungen in Familien führen zu hoher Teilzeitquote von Frauen und geringerer Entlohnung nach Berufspausen. Auch die Berufswahl von Frauen und Männern spielt eine Rolle. Frauen arbeiten häufig in schlechter bezahlten Berufen und stellen in Deutschland 70% der Niedriglohnbeschäftigten.

In Führungsebenen hingegen stagniert der Frauenanteil auf 5% Lediglich 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen sind Frauen. Unter den 100 größten Unternehmen liegt der Frauenanteil sogar unter einem Prozent.