Artikel aus der Kategorie „Engagement auf der Straße“ des PIEKS 06/2019

Wenn Politiker*innen wegen ihrer solidarischen Haltung gegenüber Geflüchteten ermordet werden, bedarf es eines lauten Aufschreies der Gesellschaft. So kam es auch, nachdem in der Nacht auf den 2. Juni der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf seiner Terrasse erschossen wurde. Hauptverdächtig ist der rechtsextreme und vorbestraften Stephan E., welcher bereits ein Geständnis abgelegt hat. 

Wegen dieses Angriffs auf unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit haben wir am 17. Juni gemeinsam mit mehreren hundert Antifaschist*innen vor der Roten Flora sowie im Schanzenviertel demonstriert und ein klares Zeichen gegen rechte Gewalt gesetzt. Am 22. Juni folgte eine Kundgebung vor der Hamburger AfD-Parteizentrale – ein Ort, der symbolisch für die Verschiebung der gesellschaftlichen und politischen Debatte nach rechts, sowie die Etablierung menschenverachtender Positionen steht. Dort hielten verschiedene Organisationen wie Seawatch, die OMAS GEGEN RECHTS und die Antifa Altona Ost Redebeiträge zur aktuellen politischen Lage, ihrem antidiskriminierendem und solidarischem Grundverständnis von gesellschaftlichem Zusammenleben und der (nicht vorhandenen) Aufarbeitung des NSU-Komplexes in Hamburg.

Wir sind auf die Straße gegangen und haben uns gegen Rechtsterrorismus und menschenfeindliche Hetze gestellt. Schließlich sind wir alle gleich und unser Leben sollte nicht von den Umständen abhängen, in die wir zufällig hineingeboren werden.

von Mascha Hamel