Gewalt kommt uns nicht in die Tüte! Unter diesem Motto sammelten wir Ende August mit dem Kreisverband Altona zusammen Spenden für die Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt in Trägerschaft von Dolle Deerns e.V. Maximilian und Mareike waren nun zu Besuch in der Beratungsstelle und haben mit Cornelia Roßkopf von Dolle Deerns gesprochen. Ihre Arbeit besteht aus drei wichtigen Säulen. Sie beraten betroffene Mädchen und junge Frauen sowie ihre Angehörigen, sie bieten Fortbildungen für Jugendeinrichtungen, Kitas und Co an und sie machen Präventionsarbeit mit Mädchen.

Bei der Präventionsarbeit legen sie Wert darauf, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken und mit ihnen daran zu arbeiten, dass sie sich ihren Wünschen und Grenzen besser bewusst werden und wie sie diese ausdrücken können. Sie setzen in ihrer Präventionsarbeit also auf die Stärkung von Mädchen ohne sie als potentielle Opfer zu stigmatisieren. Dieser Ansatz gefiel uns sehr gut. Nichtsdestotrotz werden viel zu viele Mädchen und Frauen Opfer von sexueller Gewalt und bedürfen nach traumatischen Erfahrungen qualifizierte Beratung. Hierfür ist ein vielfältige Hilfelandschaft wichtig, damit die Frauen an dieser Stelle nicht schon wieder Kontrolle abgeben müssen, sondern genau die Hilfe und Beratung bekommen, die sie persönlich wünschen – sei es nun die (anonyme) Beratung bei Dolle Deerns oder die therapeutische Beratung über die Krankenkasse. In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, dass bei der Polizei noch einiges geschehen muss, damit Menschen nach traumatischen Erlebnissen nicht einfach als irgendwelche Zeug_innen behandelt werden. Ihnen muss geglaubt werden, sie müssen Kontrolle über das Verfahren haben, sie brauchen Verständnis – auch für Erinnerungslücken, welche für die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen heilsam sein können. Hier müssen wir politisch weiter dran bleiben.
Dabei müssen wir auch das Thema Kinderrechte weiter in den Fokus setzen. Denn nur wenn Kinder wissen, dass sie Rechte haben und von diesen Gebrauch machen können, wenn sie es lernen, dass es ok ist mit etwas nicht einverstanden zu sein und ordentliche Beschwerdemöglichkeiten haben, nur dann können wir sinnvoll Kinder vor (sexueller) Gewalt schützen.

Über unsere Spende von 200 Euro haben sich die Mitarbeiterinnen sehr gefreut und wir hoffen, dass wir Dolle Deerns damit bei ihrer wichtigen Arbeit etwas helfen können.