Was ist eigentlich „Kapitalismus“? Wie funktioniert er? Wie kommt es, dass trotz riesiger politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in den letzten 200 Jahren das dominierende Wirtschaftssystem das gleiche geblieben ist? Wie verändert sich der Kapitalismus? Wie wird seine „Herrschaft“ legitimiert?

Diesen und vielen weiteren kritischen Fragen zu unserem Wirtschafts(- und Gesellschafts)system wollen wir am Wochenende vom 20.-22. April mit CampusGrün Hamburg und Euch gemeinsam nachgehen. Außer für die Auftaktveranstaltung in der Uni am Freitag müsst ihr Euch über unser Formular (s. unten) anmelden.

 

 

Das Programm:


Freitag, 20. April 2018

Auftaktveranstaltung in der Universität Hamburg
Ort: Von-Melle-Park 5, Hörsaal WiWi A
17:15-19:15
Wirtschaftskrise, Eurokrise, Klimakrise – Was läuft da schief?

Eine Einführung in die Marx’sche Kritik der politischen Ökonomie
Vortrag und Diskussion mit Anne-Kathrin Krug
Der Vortrag führt grundlegend in das Marx’sche Hauptwerk Das Kapital ein und gibt einen Überblick über die Grundbegriffe (u.a. Gebrauchswert, Wert, Tauschwert, Geld, Ausbeutung, Kapital, Arbeitskraft, absoluter und relativer Mehrwert) und den Zusammenhang der drei Bände. Vor dem Hintergrund dieser Einführung sollen krisentheoretische Bemerkungen von Marx, die u.a. über die Bände verstreut sind, vorgestellt und etwas systematisiert werden. Am Ende soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit Marx eine brauchbare Handreichung zur Beurteilung der letzten Finanz- und Eurokrise und der permanenten Umweltkrise geben kann.

Anne-Kathrin Krug ist Rechtsanwältin in Berlin und teamt seit vielen Jahren Lesekreise zu Karl Marx Das Kapital.

Veranstaltung von CampusGrün und dem AK Plurale Ökonomik Hamburg – hierfür ist keine Anmeldung erforderlich!

 


 

Samstag, 21. April 2018

Burchardstraße 21, 22095 Hamburg, 4. Stock

11:00-13:30
(Un)Soziale Marktwirtschaft – Ist der Kapitalismus zähmbar?


Eine Einführung in den (Post-)Keynesianismus
Vortrag und Diskussion mit Dr. Michael Paetz
Die zwei Jahrzehnte der Nachkriegszeit werden häufig als die goldenen Jahrzehnte des Kapitalismus bezeichnet. Vollbeschäftigung und Teilhabe der Massen an der allgemeinen Steigerung des Volkseinkommens schufen auch für die Entwicklung der Demokratie hervorragende Voraussetzungen. Der wirtschaftspolitische Konsens jener Zeit wurde als „Keynesianismus“ bezeichnet und verschwand in den 1980ern. Wir wollen analysieren, warum dies der Fall war und wieso die heutige Zeit eine hervorragende Grundlage für eine Rückkehr zu einer keynesianischen Politik bietet.
Michael Paetz ist promovierter Ökonom und arbeitet als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg. Er schreibt für den kritischen, makroökonomischen Blog Makroskop und ist politisch bei „WI(E)SO – wie sozial kann Wirtschaft sein?“ organisiert.

13:30-14:30
Gemeinsames Mittagessen

14:30-16:00
Textwerkstatt
In dieser Phase wollen wir gemeinsam Texte lesen und diskutieren, die thematisch an die vergangenen Veranstaltungen anknüpfen.
Dazu haben wir zwei Texte vorbereitet – wenn Ihr noch weitere thematisch passende Vorschläge habt, schickt uns die gerne an kontakt@gjhh.de!

Workshop 1: Mit Keynes gegen Marx oder gemeinsam zur Verbesserung der Verhältnisse?
(Text: Herbert Schui, „Sozialstaat: Die Lösung der Unterkonsumtion – Theoretische und politische Bedeutung eines umstrittenen Begriffs“)

Workshop 2: Neoliberalismus im Alltag
(Textauszüge: Sebastian Friedrich, „Lexikon der Leistungsgesellschaft“)

 


 

Sonntag, 22.April 2018

Burchardstraße 21, 22095 Hamburg, 4. Stock

11:15-13:30
Unterwerfung als Freiheit?

Wie der Neoliberalismus den Menschen vereinnahmt

Vortrag und Diskussion mit Patrick Schreiner

Weit über Politik und Wirtschaft hinaus hat sich der Neoliberalismus in unserem Denken und Alltagsleben verankert. Patrick Schreiner fragt nach den sozialen und ideologischen Mechanismen, durch die Menschen neoliberale Ansätze und Ideen als gut, angemessen und alternativlos akzeptieren. Dazu nimmt er in seinem Vortrag Ratgeberliteratur sowie Casting-Shows in den Blick. An diesen Beispielen zeigt er, wie Konkurrenzdenken, Leistungsideologie und Ich-Bezogenheit die Menschen vereinnahmen und welche Folgen das für die Einzelnen wie für die Gesellschaft hat. Dabei wird deutlich: Neoliberalismus ist eine Ideologie, die Freiheit verspricht, aber Elend und Unterwerfung bedeutet.
Patrick Schreiner, Jahrgang 1978, ist promovierter Politikwissenschaftler, hauptamtlicher Gewerkschafter und Publizist, der u.a. das Blog blickpunkt-wiso.de betreibt.

13:30-14:15
Gemeinsames Mittagessen

14:15-15:30
3 Tage Kapitalismus – Was bedeutet das für uns und wie geht’s weiter?
Reflektion, Diskussion und Ausblick
Zum Abschluss des zweeinhalbtägigen Seminars „Kapitalismus – (Wie) Funktioniert das?“ möchte die GRÜNE JUGEND Hamburg gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen darüber diskutieren, was wir unter Kapitalismus und Kapitalismuskritik verstehen, was das für unsere inhaltliche Positionierung bedeutet und was wir auf Basis dessen politisch zu tun haben.

 


Seminar: Kapitalismus - (Wie) Funktioniert das?

 

Verifizierung