von Janina Abts und Maximilian Bierbaum, Landessprecher_innen der GRÜNEN JUGEND Hamburg

Zurzeit drängen Anbieter wie WunderCar mit Share Economy-Modellen auf den Markt. Über sie wird hitzig debattiert. Auch in Hamburg findet diese Diskussion statt und gipfelte bisher in einer Untersagung der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde an WunderCar, das Modell so, wie es bisher läuft, weiter zu betreiben.

Diese Untersagung haben wir am 9. Juni in einer Pressemitteilung aufgegriffen, die wir mit „Hamburg verpasst die Chance, innovative Verkehrskonzepte zu testen“ betitelt haben.

Als Reaktion auf diese Pressemitteilung gab es aus einigen Richtungen Kritik – sowohl per Mail an uns persönlich, als auch über soziale Netzwerke.

Wir haben uns anfangs bemüht, auf jede Email und auf jeden Facebook-Kommentar angemessen zu reagieren. Wir erkennen inzwischen an, dass unsere Pressemitteilung durchaus missverständlich formuliert wurde.

Wir brauchen innovative Konzepte, um den motorisierten Individualverkehr in Hamburg zu verringern. Weniger Autos auf der Straße bedeuten mehr Klimaschutz und mehr Lebensqualität. Modelle wie das von WunderCar können dabei helfen, wenn sie wie eine Live-Mitfahrzentrale funktionieren. Das heißt: Wenn Fahrer_innen sowieso auf dem Weg von A nach B sind und sehen, dass jemand anders über die App eine Anfrage für genau die Strecke geschickt hat, können sie diese Person mitnehmen und vermeiden so Verkehr. Das wäre uns auch eine Ausnahmegenehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz wert. Die Realität sieht aber anders aus: WunderCar-Fahrer_innen nutzen das Modell bisher eher Taxi-ähnlich – und das gibt es schon.

Wir sehen grundsätzlich immer noch Potenzial in der Idee; sehen aber auch, dass es so zurzeit noch nicht funktioniert und dass da noch an einigen Stellschrauben gedreht werden müsste. Wir wollen daher unsere Pressemitteilung dahingehend konkretisieren.

Wie eben schon erwähnt: Auf besagte Pressemitteilung wurde mit Kritik reagiert. Grundsätzlich freuen wir uns darüber, weil inhaltliche Kritik produktive Diskussionen auslösen kann. Wenn wir kein Interesse an Kritik hätten, würden wir kritische Beiträge auf unserer Facebook-Seite löschen. Das haben wir nicht getan. Das, was in den letzten Tagen aber auf unserer Facebook-Seite und auch auf dem Facebook-Profil von Maxi los war, hat nichts mehr mit inhaltlicher Kritik zu tun. Wenn innerhalb kürzester Zeit etliche Beiträge und Fotos von immer den selben Leuten mit immer den selben Anmerkungen und Fragen kommentiert werden, dann ist das keine inhaltliche Kritik und auch keine Diskussion mehr: Dann ist das Spam. Und wenn dieser Spam persönlich wird und es zu Beleidigungen und Diffarmierungen kommt, dann darf man sich nicht wundern, wenn es keine Reaktion mehr gibt.

Inhaltlich war unsere Pressemitteilung missverständlich formuliert. Wir möchten mit diesen Zeilen für eine Klarstellung sorgen. Genauso möchten wir aber an gewisse Grundregeln der gepflegten Kommunikation erinnern. Politik und politischer Streit sollten Spaß machen, nicht zur Belastung werden.