Die GRÜNE JUGEND Hamburg setzt sich für eine echte Demokratie ein, in der alle Menschen mitreden dürfen. Leider machen wir oft die Erfahrung, dass die Möglichkeit, sich als Jugendliche_r unter 18 Jahren zu äußern und damit konkret etwas zu ändern, nur selten gegeben ist. Vorurteile über die Unfähigkeit, sich eine fundierte Meinung zu bilden, erschweren es Jugendlichen, sich für ihre Belange einzusetzen.
In Bremen wurde es bei der letzen Wahl erstmals auch 16 und 17 jährigen ermöglicht, zu wählen. Die Befürchtung, zu wenige Jugendliche würden dieses Recht nutzen, erwies sich als falsch. Die Wahlbeteiligung lag höher als die der 18-25 jährigen.
Auch in Hamburg gibt es Bemühungen, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. Ein entsprechender Antrag wurde von der GAL bereits in die Bürgerschaft eingereicht, SPD und LINKE haben bereits ihre Zustimmung angekündigt.

Unser Demokratieverständnis geht jedoch davon aus, dass alle Menschen das Recht haben sollten, zu wählen. Dies bedeutet auch, dass das biologische Alter des Menschen dabei keine Rolle spielen darf. Deswegen setzt sich die GRÜNE JUGEND Hamburg dafür ein, dass Wahlalter abzuschaffen.
Das Wahlalter ist eine völlig willkürlich gewählte Grenze, ab der es Jugendlichen endlich ermöglicht wird, an Wahlen teilzunehmen. Die Fähigkeit, sich eine Meinung zu bilden und eine Wahl zu treffen, hängt jedoch nicht vom Alter ab.

Natürlich müssen wir erkennen, dass viele Kinder und Jugendliche von ihrem Wahlrecht leider keinen Gebrauch machen würden. Sehr junge Kinder würden vermutlich nur in wenigen Ausnahmen wählen gehen. Dennoch ist dies kein Grund, ihnen dieses Recht abzuerkennen. Selbst wenn die Wahlbeteiligung sehr gering ist: Die absolute Zahl der Jugendlichen und Kindern, die an sich an der Demokratie beteiligen, steigt. Die Teilhabe von möglichst vielen Menschen muss das oberste Ziel einer Demokratie sein.

Es wird immer wieder behauptet, unter Jugendlichen würde ein besonders niedriges Wissen an Politik bestehen. Eine Definition, welches Wissen nötig ist, um an einer Wahl teilzunehmen gibt es nicht. Dies wurde bereits 1995 vom wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages bestätigt. Die Wahl einer Partei ist eine individuelle Entscheidung, die nicht durch einen bestimmen Wissensstand ihre Berechtigung bekommt. Nach dieser Logik müssten auch volljährige Menschen mit geringer politischer Bildung von den Wahlen ausgeschlossen werden. Außerdem wird sich das Interesse an politischer Bildung von Jugendlichen steigern, wenn sie für ihr Wissen konkrete Anwendungsbereiche finden können.

Auch wenn es passives Wahlrecht für Minderjährige von uns begrüßt werden würde, sehen wir, dass bei der praktischen Arbeit von Kindern und Jugendlichen in Parlamenten Probleme auftreten werden. Minderjährigen muss dennoch die Möglichkeit gegeben werden, in einem Parlament mitzuarbeiten und politische Entscheidungen zu treffen. Deshalb setzen wird uns dafür ein, dass auf kommunaler Ebene mehr Jugendparlamente geschaffen werden. Diese müssen Rechte besitzen, die ihnen konkrete Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zusichern.