Eine Welt, in der Dein Geldbeutel keine Rolle spielt.

Eine Gesellschaft, die solidarisch ist.
Ein System, dem der Mensch nicht egal ist.

Die GRÜNE JUGEND Hamburg kämpft für eine Gesellschaft und Welt, in der Menschen etwas wert sind, in der Menschen leben können, ohne aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer Herkunft ausgeschlossen zu werden. Auch der Geldbeutel darf kein Kriterium sein, Menschen zu diskriminieren und ihnen gesellschaftliche Teilhabe unmöglich zu machen. Unser Ziel ist eine solidarische und sozial gerechte Gesellschaft. Eine Welt, in der immer noch Menschen einer bestimmten sozialen Schicht oder Gruppe benachteiligt werden während die verschwindend geringe Zahl an Vermögenden stetig profitiert, ist das nicht.

Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, zeigt:

Das System Kapitalismus hat versagt. Es gibt keine Antwort auf die große soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Wir brauchen eine Veränderung hin zu mehr Solidarität und einem gerechten Sozialstaat, der jedem und jeder ermöglicht menschenwürdig zu leben.

Starker Staat statt starke_r Millionär_in

Auf dem Weg in ein System, dass den Menschen in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handelns stellt, brauchen wir eine Umverteilung des Kapitals von oben nach unten, eine Wirtschaft, in der auch Menschen, die keine Produktionsmittel besitzen, mitentscheiden können, und einen Staat, der nicht davor zurückschreckt, Märkte zu regulieren.

In Zeiten von wirtschaftlicher Rezession muss der Staat investieren können, um die finanziellen Folgen für die Menschen gering zu halten und die Krise so zu überbrücken. Dafür brauchen wir einen Staat, der finanziell handlungsfähig ist. Wir wollen jedoch nicht, dass der Sozialstaat kaputt gespart wird. Die Erfahrung zeigt, dass bei denen gespart wird, die sowieso kaum noch sparen können oder wichtige Investitionen aufgeschoben werden, wenn ein reines Spar-Dogma die Politik dominiert. Häufig werden auch Projekte gestrichen, die sich später nicht ohne größere Investitionen wiederbeleben lassen.

Mit Steuern steuern

Für uns ist es daher unerlässlich, die Einnahmen deutlich zu erhöhen. Das Kapital der deutschen Millionär_innen steigt jährlich um 8%, das der Milliardär_innen sogar um 10%, während auf der anderen Seite aber die Löhne und Renten sinken. Diese Tatsache macht offensichtlich, wo Steuern erhöht werden müssen. Die Vermögenssteuer und die Vermögensabgabe ermöglichen uns eine Umverteilung von oben nach unten und einen starken Staat, der aktiv und im Sinne der Menschen in die Wirtschaft eingreifen kann. Darüber hinaus gilt immer noch der Grundsatz aus dem Grundgesetz: Eigentum verpflichtet! Immobilieneigentum muss also konsequent berücksichtigt werden, wenn wir von Vermögenssteuern und -abgaben sprechen.

Die GRÜNE JUGEND Hamburg lehnt es ab, dass sich in Familien über mehrere Generationen Kapital anhäufen darf. An unserem Beschluss, die Erbschafts- und Schenkungssteuer deutlich zu erhöhen, halten wir daher weiterhin fest. Die steuerlichen Freibeträge müssen jedoch deutlich gesenkt werden. Denn in den hohen Steuerfreibeträgen liegt das eigentliche Problem der Erbschaftssteuer. Bei einem Freibetrag von 500 000 Euro ist es ganz klar, warum so wenig Geld durch die Erbschaftssteuer eingenommen wird. Wir fordern daher eine deutliche Absenkung der Freibeträge auf mindestens 150 000 Euro.

Die aktuelle Krise zeigt: wer mit großen Geldmengen hantiert, spekuliert oft und geht ein hohes Risiko ein. Und wer viel riskiert, kann auch viel verlieren. Diese Verluste wurden und werden aber vom Staat – und damit von allen Steuerzahler_innen – aufgefangen. Menschen, die für die Krise verantwortlich sind und sogar von ihr profitieren, werden dafür also nicht zur Verantwortung gezogen. Es ist daher nur fair, ihre Geldmengen jetzt zu besteuern. Es ist in unserem Staat üblich und richtig, klassische Lohnarbeit zu besteuern. Wer jedoch die Möglichkeit hat, sein Kapital für sich arbeiten zu lassen, wird bisher kaum besteuert. Hier muss mit einer Finanztransaktionssteuer angesetzt werden, um Finanzspekulationen einzudämmen.

Fairer Lohn, fairer Konsum

Wer Porsche fährt, Turnierpferde kauft oder Kaviar isst, zahlt dafür den gleichen Steuersatz wie jemand, der oder die Babynahrung oder Medikamente kauft. Die steuerliche Gleichbehandlung von Luxusgütern und solchen, die Grundbedürfnisse von Menschen erfüllen, ist sozial nicht zu rechtfertigen, unfair und muss daher dringend abgeschafft werden. In diesem Rahmen muss die Umsatzsteuer reformiert werden. Insbesondere ökologische Waren und alle Waren, die zum Grundbedarf eines Menschen gehören, müssen niedrig besteuert werden. Luxusgüter müssen im Umkehrschluss besonders hoch besteuert werden.

Damit allen Menschen die Möglichkeit gegeben werden kann, ihr Konsumverhalten ökologisch und sozial zu gestalten, müssen alle Menschen die notwendigen finanziellen Mittel dafür haben. Auch aus Gründen der Fairness setzt die GRÜNE JUGEND Hamburg sich für einen bundesweiten Mindestlohn von 10€ sein. Es kann nicht sein, dass Menschen dazu gedrängt werden, Sozialhilfe zu beantragen, obwohl sie Vollzeit arbeiten, nur weil „der Markt das so regelt“.

Privatisierung von staatlichem Eigentum

Spätestens dort, wo ein Markt, bestehend aus mehreren Anbieter_innen einer Ware oder Dienstleistung, aus ökonomischer Sicht keinen Sinn mehr macht, muss der Staat den Markt vollkommen ersetzen. So wäre zum Beispiel der Betrieb von mehreren, mit einander konkurrierenden Stromnetzen, die sich gegenseitig in ihrer Effizienz überbieten, selbstverständlich sinnlos. Ein privatisiertes Stromnetz würde damit zu einer gefährlichen Monopolbildung führen. Ein einzelner Akteur oder eine einzelne Akteurin könnten dann ohne Kontrolle durch das Volk neben den Preisen auch die Löhne für seine Arbeiter_innen diktieren. Im schlimmsten Fall würde dadurch Teilen der Gesellschaft die Nutzung der Ware oder Dienstleistung unmöglich gemacht werden.

Ein Staat, der sich am Wohl der Menschen orientiert, muss sicherstellen, dass dieses Wohl nicht durch die Interessen einzelner Wirtschaftsakteur_innen gefährdet wird. Deswegen sprechen wir uns klar gegen die Privatisierung von öffentlichen Gütern aus. Ein handlungsfähiger Staat darf sein Tafelsilber nicht verscherbeln!

Für sozialere Hilfesysteme

In einem Industrieland wie Deutschland muss es selbstverständlich sein, dass alle Grundbedürfnisse der Menschen einkommensunabhängig abgedeckt sind. Dass immer noch viele Menschen keine Wohnung haben und besonders im Winter jede Nacht um ihr Leben bangen müssen, ist eine Schande. Doch die Grundbedürfnisse von Bürger_innen eines Sozialstaates müssen weitaus weiter gefasst werden. Gesellschaftliche Teilhabe und Mobilität in allen Lebenslagen sind von enormer Bedeutsamkeit. Für Menschen, die keine Lohnarbeit leisten, sind diese Dinge häufig keine Selbstverständlichkeit. Dabei verstehen wir fehlende Lohnarbeit nicht als etwas, das grundsätzlich schlecht ist. Denn das Problem ist nicht die Arbeitslosigkeit, sondern zu geringe Einkommen und fehlende finanzielle Absicherung.

Damit die soziale Teilhabe für alle gewährleistet ist, brauchen wir eine finanzielle Grundsicherung aller Menschen in unserem Staat. Besonders wichtig ist die Unterstützung von Kindern aus Familien, in denen kein oder wenig Einkommen vorhanden ist. Nur so ist es auch für sie möglich, nicht in Armut leben zu müssen.

Wir fordern außerdem eine Arbeitslosenversicherung, die die Privatsphäre der Menschen achtet. Dass Arbeitslose einen Spießrutenlauf aus bohrenden Fragen und einem finanziellen Ganzkörperstrip über sich ergehen lassen müssen, ist falsch.

Faire und Hansestadt Hamburg

Verdrängung? Nicht mit uns! Für ein Recht auf eine faire Stadt!

Wenn von einer sich immer weiter öffnenden sozialen Schere, von einer sozialen Spaltung die Rede ist, müssen auch die Konsequenzen für das städtische Zusammenleben bedacht werden. Diese sind gerade in Hamburg sichtbar. Immer mehr Menschen können sich die Mieten in Hamburg nicht leisten und werden verdrängt – aus ihrer Nachbar_innenschaft, aus ihrem Stadtteil, aus ihrem Bezirk und vielleicht auch ganz aus der Stadt. Doch das ist nicht alles: auch der öffentliche Raum wird mehr und mehr undurchlässig. In Zeiten von Gentrifizierung und Aufwertung werden Menschen in „erwünscht“ und „nicht erwünscht“ sortiert. Es wird aktiv versucht, die „nicht erwünschten“ Menschen aus dem Stadtbild zu drängen. Wir haben es letztes Jahr erlebt: Am Hansaplatz gibt es keine Bänke mehr, Wohnungslose werden mit einem Zaun unter der Kersten-Miles-Brücke vertrieben und der Vorplatz des Hauptbahnhofs wird privatisiert, damit Hausrechte mehr wert sind als das persönliche Recht auf den öffentlichen Raum. Ja, der Zaun wurde wieder abgebaut und die Privatisierung am Hauptbahnhof abgewendet, aber die Verdrängung geht munter weiter. Zurzeit diskutiert der Senat Möglichkeiten, örtliche Alkoholverbote auszusprechen, um „Pöbeleien“ und „Belästigungen“ zu unterbinden.

Diese Politik, die Menschen aufgrund eines bürgerlich-konservativen Stadtbilds verdrängt; die Menschen dazu zwingt, aufgrund fehlgeleiteter Wohnraum- und Wirtschaftspolitik ihren Stadtteil zu verlassen, lehnen wir ab. Wir sagen: Jeder Mensch hat ein Recht auf Stadt!

Dazu ist es notwendig, die Dinge in Hamburg anders zu denken. Das Recht auf Wohnraum muss ein Grundrecht sein und darf daher nicht den Interessen von Gewerbetreibenden, Spekulant_innen oder Investor_innen untergeordnet werden. Wir fordern soziale Erhaltensverordnungen in allen Stadtteilen. Zusätzlich gilt es, eine ausgewogene soziale Mischung in den Stadtteilen zu erreichen.

Bei einem derartigen Leerstand von Gewerbeflächen wie in Hamburg ist bei jedem neu angemeldeten Gewerbeprojekt zu prüfen, wie bereits vorhandene, ungenutzte Gewerbeflächen genutzt werden können. Sollte sich herausstellen, dass bereits vorhandene Gewerbeflächen auf unbestimmte Zeit gewerblich unbenutzt bleiben, ist es Aufgabe der Politik, eine Umwandlung in günstigen Wohnraum bei architektonisch günstigen Voraussetzungen einfacher zu machen.

Die Aufwertung von Stadtteilen sehen wir nicht per se als etwas schlechtes an. Es muss aber ein Weg gefunden werden, der Aufwertung für alle möglich macht. Dazu gilt es, in Stadtteilen demokratische Prozesse einzuleiten, in die jede_r eingebunden wird und durch die es möglich ist, gemeinsam einen Stadtteil voranzubringen.

Neue Stadtteile wie die HafenCity müssen über politische Wege an die Lebensrealität der Stadt angepasst werden – schon im Vorfeld ihrer Planung. Weitere Luxusviertel gilt es zu verhindern. Dies ist aber nicht nur Aufgabe der Politik. Hausverwaltungen und Makler_innen müssen darauf achten,

dass Wohnungen fair vergeben werden. Gerade Personen mit einem niedrigen Einkommen, Familien und junge Menschen müssen wieder eine reelle Chance haben, in Hamburg eine Wohnung zu bekommen. Auch Menschen, die alternative Wohnformen wie Bauwagenplätze bevorzugen, muss mit Dialog statt Verdrängung begegnet werden.

Hamburg ist groß. Groß genug, um für alle Platz zu haben. Wir fordern, dass jede_r daran mitwirkt, ein offenes Miteinander zu ermöglichen. Wir fordern, Hamburg zu einer faireren Stadt zu machen!

Kinder- und Jugendeinrichtungen erhalten

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft Hamburgs. Und wir haben jetzt und aktuell eine Verantwortung gegenüber dieser Zukunft. Der SPD-Senat sieht diese Verantwortung nicht. Eine Partei, in der der Name eigentlich Programm ist, sorgt nun dafür, dass in der Kinder- und Jugendarbeit massiv eingespart wird. Begründet wird dies mit der Einhaltung der Schuldenbremse und dem Ausbau des Ganztagsschulen-Angebots. Doch Kinder- und Jugendeinrichtungen werden so viele Mittel gestrichen, dass viele von einer Schließung bedroht sind. Das ist schlichtweg sozial ungerecht. Denn einerseits kann der Ausbau des schulischen Ganztagsangebots den plötzlichen Wegfall von extracurricularen Angeboten nicht schnell genug auffangen und andererseits sind auch trotz der Ganztagsschule außerschulische Angebote immens wichtig für die kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.

In einer kulturell-bunten und durchmischten Stadt wie Hamburg sind Kinder- und Jugendeinrichtungen eine Chance für Jugendliche, sich und Menschen aus anderen Kulturkreisen zu begegnen. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familien. In dem Rahmen fordert die GRÜNE JUGEND Hamburg den SPD-Senat auf, das kopflose Sparen im Kinder- und Jugendbereich zu beenden. Denn wir wollen in einer Stadt leben, in der jeder und jede gesellschaftlich teilhaben und sich einbringen kann – auch in Zukunft. Und diese Werte müssen auch an die Jugendlichen und Kinder dieser Stadt weitergegeben werden. Das geht nicht, wenn jegliche Angebote in dem Rahmen wegfallen. Deswegen fordern wir als GRÜNE JUGEND Hamburg, mehr Geld in die Kinder- und Jugendeinrichtungen zu stecken. Da wird das Geld gebraucht und nichts kann wichtiger sein als die Zukunft unserer Stadt. Doch genau diese steht und fällt mit der Jugend.

Um gesellschaftliche Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen auch außerhalb von Jugendeinrichtungen zu ermöglichen, müssen andere kulturelle Einrichtungen für Kinder und Jugendliche subventioniert werden. Kinos, Museen, Sporteinrichtungen, Bibliotheken und viele andere Einrichtungen müssen so niedrigschwellig wie möglich für junge Menschen gestaltet werden. Denn in unserer Gesellschaft soll es keine Rolle spielen, wie viel Geld eine Familie hat, oder in welchem Stadtteil diese lebt.

Geschlechtergerechte Haushaltspolitik

In einer sozial gerechten Gesellschaft leben zu wollen, bedeutet auch immer, in einer geschlechtergerechten Gesellschaft leben zu wollen. Bis jetzt tun wir aber weder das eine, noch das andere. Deswegen kämpft die GRÜNE JUGEND Hamburg stetig für eine Welt, in der gesellschaftliche und soziale Gruppen nicht mehr aufgrund eines Merkmals benachteiligt werden. Der Geldbeutel und das eigene Geschlecht dürfen kein gesellschaftliches Ausschlusskriterium mehr sein!

Unternehmen bezahlen für gleichwertige Arbeit Frauen 23 Prozent weniger Geld als Männern. Dass auch ein Bundesland oder eine Stadt Frauen finanziell benachteiligt, liegt da nahe. Um sichtbar zu machen, wie viel Geld das Land und die Stadt Hamburg wirklich für Frauen beziehungsweise Männer ausgibt und von diesen einnimmt, fordern wir als GRÜNE JUGEND Hamburg, Hamburgs Haushalt regelmäßig auf eben diese Kriterien hin öffentlich, transparent und ausführlich zu prüfen. Wir fordern einen ausführlichen Gender-Budgeting-Bericht der Stadt beziehungsweise des Landes.