In Hamburg hat sich eine neue Elterninitiative gegründet, die eine sofortige Einführung einer Wahlmöglichkeit zwischen dem Abitur in 12 (G8) und dem Abitur in 13 Jahren (G9) an allen Gymnasien fordert.

Wir als GRÜNE JUGEND Hamburg lehnen diese Forderung ab und sprechen uns gegen das konkrete Anliegen der Initiative aus. Die Schulen haben momentan genügend damit zu tun, die letzte Schulreform umzusetzen. Die Kapazitäten für eine sofortige Umstellung auf zugleich G8 und G9 an allen Schulen sind nicht gegeben – weder an den Schulen personell, noch finanziell von Seiten der Schulbehörde. Wir möchten die möglichen Mittel lieber für die Umsetzung einer funktionsfähigen Inklusion an Stadtteilschulen einsetzen als für überflüssige und komplizierte Reformen.

Wir sind der Meinung, dass eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 bereits besteht. Allen Schüler_innen steht es frei, das Abitur in 13 Jahren an einer Stadtteilschule zu erreichen. Dadurch, dass Hamburg ein Stadtstaat ist, sehen wir dies auch als realistisch an. Wir können uns in diesem Punkt nicht mit Flächenländern vergleichen. Ein Wechsel auf eine Stadtteilschule sollte immer möglich sein. Uns ist nicht ganz klar, warum die Elterninitiative nicht anerkennt, dass es G9 bereits an den Stadtteilschulen gibt.

Wir befürchten daher, dass eine Schwächung der Stadtteilschulen bewusst in Kauf genommen wird. Einige Behauptungen der Elterninitiative sind zudem schlichtweg falsch. So sprechen sich beispielsweise keine öffentlichen Schüler_innengremien für diese Initiative aus. Vielmehr formiert sich unter den Schüler_innenorganisationen gerade ein Bündnis gegen die Initiative.

Ein möglicher Kompromiss, den der Senat mit der Elterninitiative aushandeln könnte, sollte im Konsens mit möglichst vielen politischen Akteur_innen, darunter auch die schülerInnenkammer, geschlossen werden. Inhaltlich würden wir einen solchen Kompromiss an einer geeigneten Stelle bewerten.

Bild: Klassenzimmer von iwanp., Lizenz: CC BY-SA 2.0