Die GRÜNE JUGEND Hamburg spricht sich gegen ein Zentralabitur in sämtlichen Fächern in Hamburg aus. Stattdessen engagieren wir uns für autonome Schulen, welche ihre Themenschwerpunkte selber setzen können.

Ein Zentralabitur schränkt die Bildungsdiversität ein und schließt die schwerpunkt- und interessengeleitete Unterrichtskonzeption in der Oberstufe von vornherein aus. Die vor kurzer Zeit eingeführte Profiloberstufe wird zur Farce, wenn einer zum Teil kreativen Fächerkombination innerhalb eines Profils keine darauf ausgelegte Prüfung folgt.

Hinzu kommt, dass der Sinn der Profiloberstufe unter anderem das fächerübergreifende Lernen ist. Da die Fachkombinationen aber unterschiedlich sind würde ein Zentralabitur dies stark einschränken. Versucht man das Zentralabitur mit der Profiloberstufe und dem fächerübergreifenden Lernen zu kombinieren, wird es sich zwingend negativ auf die Qualität auswirken. Durch die Profiloberstufe unterscheiden sich nicht nur die inhaltlichen Schwerpunkte eines Faches, sondern auch die Anzahl der Wochenstunden kann unterschiedlich sein. Während das profilgebende Fach immer vierstündig unterrichtet wird, kann in einem anderen Kurs dasselbe Fach nur zweistündig unterrichtet werden. Eine zentrale Prüfung müsste sich dann auf die Überschneidungen aller unterschiedlichen Formen des Faches beschränken. Auf diese Art kann keine hohe Qualität gesichert werden.
Wir wollen Vergleichbarkeit nicht durch inhaltliche Konformität, sondern durch fachspezifische Lern-Kompetenzen erreichen, welche im Unterricht erworben und in den Prüfungen abverlangt werden.

Die GRÜNE JUGEND Hamburg möchte das Abitur auch bundesweit vergleichbar machen. Trotzdem lehnen wir das Zentralabitur ab, da wir die thematische und inhaltliche Bindung, die damit einhergehen würde, nicht wollen. Stattdessen sollen sich alle Bundesländer auf gemeinsame Lern-Kompetenzen einigen, welche in allen dezentralen Prüfungen abverlangt werden. Selbstverständlich werden weiterhin alle dezentralen Prüfungen von den zuständigen Behörden und Ministerien auf die notwendige Qualität geprüft. Somit kann garantiert werden, dass alle Abiturprüfungen nicht nur gleiche Kompetenzen abverlangen, sondern auch wirklich vergleichbare Ansprüche stellen.

Auf diesem Weg entsteht Vergleichbarkeit ohne die Schulen, Lehrer_innen und Schüler_innen an bestimmte Themen zu binden. Den Schulen bleibt damit frei, mit welchem inhaltlichen Schwerpunkt die erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden und können somit auch direkt auf die Interessen der Schüler_innen eingehen, was sich positiv auf die Lernmotivation und das Unterrichtsinteresse auswirkt.