Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dies ist eine immense Belastung für die Umwelt, da mit jedem weggeworfenen Lebensmittel ein hoher Verbrauch an Energie, Wasser und anderen Rohstoffen in der Kette vom Anbau bis zum Handel verbunden ist.
Viele Personen haben bereits das ”Containern” für sich entdeckt, bei dem noch verwertbare Lebensmittel aus Abfallbehältern von beispielsweise Supermärkten geholt werden. Sie setzen damit ein Zeichen gegen unsere Überfluss- und Wegwerfgesellschaft.

Bisher gilt Abfall, der in geschlossenen Behältern auf Privatgrundstücken aufbewahrt wird, aber als Privateigentum. Dies führt dazu, dass Containern rechtlich gesehen Diebstal ist und bestraft werden kann. Darüber hinaus können Supermärkte den Tatbestand des Hausfriedensbruch geltend machen, sofern zum Erreichen des Abfalls umzäunte Grundstücke betreten werden müssen. Viele Strafverfahren werden zwar fallen gelassen, es gibt jedoch Fälle, in denen containernde Personen im Anschluss Sozialstunden leisten oder Geldstrafen zahlen mussten. Theoretisch können sogar Freiheitsstrafen verhängt werden.

Das ist ein Umstand, den wir – gerade, wenn Lebensmittel in so großen Mengen wie zurzeit verschwendet werden – nicht akzeptieren können. Wer etwas wegwirft, signalisiert, dass der Gegenstand nicht mehr gebraucht wird. In Österreich gilt Abfall als ”herrenlose Sache”. Dies soll rechtlich auch hier umgesetzt werden.

Grundsätzlich soll zudem die Menge der bisher weggeworfenen Lebensmittel reduziert werden. Begrüßenswert wäre beispielsweise eine Änderung der Bezeichnung ”Mindesthaltbarkeitsdatum” in ”am besten vor dem … konsumieren”, wie es in englisch-sprachigen Ländern der Fall ist (”best before …”) und der verstärkte Verkauf von Lebensmitteln, die nicht in allen Punkten den bisherigen Schönheitsidealen entsprechen.

Bild: vegetables von Martin Abegglen, Lizenz: CC BY-SA 2.0