Verschiedene private Investor_innen und Tourismusverbände werben seit längerem dafür, eine Seilbahn über die Elbe bauen zu dürfen. Sie soll von der Helgoländer Allee auf St. Pauli zu den Musical-Theatern im Hafen führen. Wir lehnen dieses Projekt aus folgenden Gründen ab:

Veränderungen im Stadtbild

Für die Seilbahn sind mindestens zwei große Stützen an der Elbe vorgesehen: Eine an der Kersten-Miles-Brücke auf St. Pauli und eine auf der südlichen Elbseite in der Nähe der Musical-Theater. Die Stütze auf St. Pauli soll 92 m hoch werden, die Stütze auf der südlichen Seite der Elbe 129 m. Das Stadtbild würde sich massiv verändern, da im Hamburger Stadtpanorama bisher nicht viele so hohe Bauwerke stehen.

Verkehrsbelastung auf St. Pauli

Eine der beiden Seilbahn-Stationen soll in St. Pauli an der Glacischaussee am Eingang zu den Wallanlagen entstehen. Die Betreiber_innen der Seilbahn rechnen mit knapp einer Million Fahrgästen im Jahr. Was das für die Verkehrsbelastung in St. Pauli bedeutet, ist nicht abzuschätzen. Da die Anwohner_innen auf St. Pauli aber durch den Kiez, viele Großveranstaltungen im Jahr und den Hamburger Dom bereits großen Belastungen ausgesetzt sind, müssen ihre Belange zuerst berücksichtigt werden.

Keine Ergänzung zum ÖPNV

Die Seilbahn wird gerne als moderne und emissionsarme Ergänzung zum Hamburger ÖPNV beschrieben. Emmissionsarm ist sie, aber als Verkehrsmittel gewinnt sie in Hamburg keinen Blumentopf. Ursprünglich war von einer Verlängerung bis Wilhelmsburg die Rede. Diese wird aber nicht kommen, genauso wenig wie eine Eingliederung in den HVV. Der Kauf von Zusatztickets wäre immer notwendig. Vom ”Sprung über die Elbe” zu reden ist völlig überzogen. Die Seilbahn stellt eine rein touristische, auf Gewinnerwirtschaftung konzipierte Ergänzung dar. Als ”Sprung über die Elbe” sollen die Erweiterung der U4 zu den Elbbrücken und eine Stadtbahn über die Elbbrücken bis zur Veddel dienen.

Aussicht gibt es auch jetzt schon

Die Aussicht auf Hamburg wäre von den Gondeln der Seilbahn aus ohne Frage grandios. Es ist aber nicht so, als wäre dies die einzige Möglichkeit, einen Blick auf Hamburg zu erhaschen. Es ist ebenso möglich, auf den Michel zu klettern, den Energieberg in Wilhelmsburg zu besteigen, auf dem Stintfang zu picknicken oder vom Plaza der zu eröffnenden Elbphilharmonie auf die Stadt zu schauen. Wer mit einer Seilbahn fahren will, soll in die Berge gehen.

Bild: Achtung Seilbahn von Matthias Buehler, Lizenz: CC BY-NC 2.0