GRUNDSÄTZE UND ZIELE FÜR DIE WAHLKÄMPFE 2019

Die GRÜNEN erfreuen sich derzeit an einem Aufwind. Große Mitgliederzuwächse, starke Wahlergebnisse in Bayern und Hessen und auch aktuelle Umfragen auf Bundesebene spiegeln dies wider. Auch die GRÜNE JUGEND Hamburg durfte in letzter Zeit viele neue und engagierte Aktive begrüßen. Diese Unterstützung, positive Stimmung und das Potential vieler aktiver, motivierter und kreativer Menschen gilt es nun in den nächsten Monaten zu nutzen und weiter auszubauen, um gemeinsam für eine solidarische, ökologische und proeuropäische Zukunft zu kämpfen. Wir wollen dafür sorgen, dass diese Ideen durch starke Wahlergebnisse bei der Europa- und Bezirkswahl konkret umsetzbar werden.

Auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz vom 09. bis zum 11. November haben die deutschen GRÜNEN ihre Wahlliste für das Europäische Parlament aufgestellt und ihr Europawahlprogramm verabschiedet. Als Teil des linken Flügels der Partei freuen wir uns insbesondere über den großen Anteil progressiver Politiker*innen auf der Liste und insbesondere auf den vordersten Plätzen.

Die einzelnen Hamburger GRÜNEN Kreisverbände stell(t)en im November und Dezember 2018 und Januar 2019 ihre Bezirks- und Wahlkreislisten für die Bezirksversammlungen auf. Auch wenn die GRÜNE JUGEND Hamburg weder für die Bezirks-, noch für die Europawahl Votenträger*innen bestimmt hat, wollen wir insbesondere junggrüne Kandidierende im Wahlkampf unterstützen.

Globale Ziele durch Wahlkampfziele erreichen

Um unsere globalen Ziele zu erreichen, brauchen wir gute Wahlergebnisse und um diese zu erzielen, wollen wir Folgendes im Wahlkampf schaffen:

  • 50 eigene Veranstaltungen
  • Davon mindestens eine pro Woche ab Anfang Februar
  • 30 Aktive als Beteiligte im Wahlkampf
  • 20.000 verteilte Goodies, Flyer, Sticker
  • 8.000 Türen im Haustürwahlkampf
  • 25 besuchte Kneipen im Wahlkampf
  • Gestärkte Social Media Reichweite

Des Weiteren sehen wir in den Wahlkämpfen die Möglichkeit unseren Verband und alle Aktiven der GRÜNEN JUGEND Hamburg in vielerlei Hinsicht zu empowern. Wahlkampf ist im Allgemeinen ein politisierender Prozess, den wir als GRÜNE JUGEND Hamburg nicht zuletzt dafür nutzen wollen, uns und unsere Aktiven fortzubilden sowie politisch zu befähigen als auch soziale, organisatorische und Interaktionskompetenzen zu stärken. So ist nicht zu unterschätzen, auf welche Weise die Interaktion mit anderen politischen Kräften oder auch vermeintlich unpolitischen Menschen auf der Straße den Weitblick und das Meinungsbild Jugendlicher formen kann, sowie ihre Fähigkeiten in Sachen inhaltlicher Argumentation, Wahrnehmung und Wertschätzung verbessert.

Auch sind die Wahlkämpfe für uns als jungpolitische Organisation die Chance, in die parlamentarische Politik unserer Mutterpartei einzusteigen. Die Frage danach, warum wir für Bündnis 90/DIE GRÜNEN derart großen Arbeitsaufwand betreiben, beantworten wir damit, dass wir darin eine der relevantesten Aufgaben der GRÜNEN JUGEND sehen. Nur durch kräftige, positionelle und personelle Partizipation können wir unseren Einfluss auf die Politik unserer sogenannten Mutterpartei vergrößern und somit unsere Handlungsmaximen langfristig in die Politik einwirken lassen. Deshalb kämpfen wir für ein starkes Ergebnis für Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Wir kämpfen für unseren Einfluss und für unsere Visionen einer besseren Welt.

WAHLKAMPFKAMPAGNEN ZUR EUROPA- UND BEZIRKSWAHL 2019

Um die GRÜNE JUGEND im Wahlkampf als eigenständige politische Kraft zu präsentieren, wollen wir uns dem Bundesverband der GRÜNEN JUGEND anschließen und nicht nur das Programm unserer Mutterpartei Bündnis 90/DIE GRÜNEN mittragen, sondern explizit eigene Themen setzen. Hierbei setzen wir unseren Fokus auf drei Kernkampagnen. Diese werden sich nicht nur thematisch, sondern auch aktionistisch unterscheiden, um uns vielseitig aufzustellen.

Jedes der drei Kampagnenthemen kann auf Bezirks- und Europaebene gespielt werden.

  • GEGEN RECHTS (Arbeitstitel)

In Anlehnung an die Kampagne des Bundesverbandes

  • VERKEHRSWENDE

In Anlehnung an den GRÜNE JUGEND Hamburg-Beschluss „Stadtentwicklungsvisionen für Hamburg“

  • JUGENDPARTIZIPATION

In Anlehnung an den Partizipationsprozess innerhalb der GRÜNEN JUGEND Hamburg und die Kampagne des Bundesverbands

1. GEGEN RECHTS

Say it loud, Say it clear: Refugees are Welcome here

In unserer ersten Kampagne wollen wir uns mit den Themen Offene Grenzen, Asylrecht, Menschenrechte und dem Rechtsruck in den Parlamenten, sowie dem Kampf gegen individuellen und strukturellen Rassismus beschäftigen.

Europa

Zur zweiten Story „Say it loud, say it clear refugees are welcome here“schreibt der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND:

Das Sterben auf dem Mittelmeer muss ein Ende haben. Während die Staaten der Europäischen Union durch ihre menschenverachtende Abschottungspolitik in den letzten Jahren immer weiter in Kauf genommen haben, dass Menschen starben, waren es gerade die Aktivist*innen der zivilen Seenotrettung, die das staatliche Versagen auffingen und Menschenleben verteidigten. Unsere Solidarität gilt all diesen Menschen, die auf dem Mittelmeer gezeigt haben, was ein humanitäres Europa bedeuten kann. Gerade in der Frage, wie wir mit Schutzsuchenden umgehen, wird die Europawahl zur Richtungsentscheidung. Für uns ist dabei klar: Flucht ist kein Verbrechen.

Das Recht auf Asyl ist nicht verhandelbar. Wir stellen den Schutz von Geflüchteten ins Zentrum unserer Politik und wollen den Abbau ihrer Rechte zurückdrehen. Wir fordern ein staatliches Seenotrettungsprogramm und legale Fluchtwege nach Europa. Gleichzeitig werden aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Menschen ihr Zuhause verlieren. Für uns ist es die Aufgabe der Europäischen Union, deren Staaten maßgeblich zur Klimakatastrophe beigetragen haben, diesen Menschen eine frühzeitige, freiwillige und würdevolle Migration zu ermöglichen. Deshalb fordern wir den Klimapass für die Bewohner*innen von bedrohten Inselstaaten.

Bezirk

Auch im Bezirk ist der Rechtsruck ein wichtiges Thema. Nach und nach halten auch in den Bezirksversammlungen rechte und reaktionäre Kräfte Einzug. Wir wollen auch hier auf eine solidarische und vielfältige Zukunft verweisen und bezirksinterne Integration/Inklusionsprojekte stärken, mehr Humanität fordern und klar machen: Gegen Rechts wählt man GRÜN!

Veranstaltungs- und Aktionsideen

Für eine konkrete Aktionsidee wollen wir den Aktionsvorschlag des Bundesverbands abwarten, die vorgefertigten Materialien mitnutzen und uns somit an den bundesweiten Formaten beteiligen.

Außerdem wollen wir durch Fotoaktionen und Solibekundungen auf Social Media und im Netz starke Präsenz gegen rechte Trolle zeigen. Im besten Falle lassen sich der Bundesverband-Aktionsvorschlag und eine Fotoaktion mit Passant*innen verbinden.

Als besonderen Wahlkampfstand planen wir eine „Grusel-Abschreck-Aktion“. Wir wollen in der Hamburger Innenstadt und in den einzelnen Bezirken in schaurigem Look ein Ratespiel starten zu der Fragestellung, wie sich Rechte Europa vorstellen: Antieuropäisch, unsolidarisch, abgeschottet und anti-humanistisch.

Des Weiteren streben wir eine Bildungsveranstaltung gegen Rassismus in Hamburgischen Behörden an. Eventuell können wir hier sogar Aktualität, geographische Nähe und linke Bündnisse vor Ort miteinander verbinden und das Thema groß machen.

Sollte sich daran anknüpfend herausstellen, dass konkrete Rassismusvorwürfe in Hamburgischen Behörden vorliegen, planen wir entsprechende Aktionen, wie beispielsweise Demonstrationen oder Pressemitteilungen.

Material

Für diese Kampagne wollen wir uns in erster Linie an den Materialien des Bundesverbandes orientieren und uns darüber hinaus einen „Halloween-Grusel-Stand“zulegen, den wir wiederverwenden können. Neben dem Gruselquiz und den Werbeflyern für unsere Bildungsveranstaltungen planen wir derzeit keine weiteren eigenen Print-Medien für diese Kampagne.

2. VERKEHRSWENDE

In unserer zweiten Kampagne wollen wir die Dringlichkeit der ökologisch-sozialen Transformation der Verkehrsinfrastruktur thematisieren. Wir sehen sie als zentralen Punkt im Kampf gegen den Kapitalismus und die Klimakrise – dennoch ist sie ein gut greifbarer und einfach vermittelbarer Bestandteil dessen.

Europa

Europäische Mobilität wird heute vor allem durch Flug- und zum Teil Autoreisen dominiert. In unserer Kampagne wollen wir auf die Klimawirkung und Konsequenzen von Flugreisen hinweisen, die Abschaffung von innereuropäischen Flügen diskutieren und im Gegenzug für einen massiven Ausbau des Schienennetzes, von Nachtzugverbindungen und transnationalem Zugverkehr werben.

Bezirk

Auf bezirklicher Ebene werden wir die Verkehrswende als prominentestes Thema platzieren. Es kann nicht sein, dass Autos in einer Stadt, die, egal wo man hinblickt, nach „mehr Platz“ schreit, das Stadtbild weiterhin dominieren. Wir wollen uns u.a. für eine echte Fahrradstadt, die Umverteilung von Straßenräumen und eigens für den ÖPNV ausgeschriebene Fahrspuren einsetzen.

Aktions- und Veranstaltungsideen

Für das Thema Verkehrswende wollen wir eine Palette von Guerilla-Aktionen und Flashmobs entwerfen. Erste Ideen hierfür sind beispielweise mittels Sprühkreide Straßen mit dem Schlachtruf „Ab jetzt Radweg!“ zu verschönern und somit dem alten Drahtesel den ihm gebührenden Platz einzuräumen oder gar Fahrradstraßenschilder zu basteln und aufzustellen.

Auch ist Radwahlkampf natürlich ein passendes Format für das Thema Verkehrswende. Wir wollen unsere Räder für den Wahlkampf schmücken: mit Fahnen, Brandings und Wahlaufforderungen. So können wir auf all unseren Wegen zu den einzelnen Aktionen in die Bezirke für die Verkehrswende und die GRÜNEN Ideen werben.

Als Hauptattraktion zum Thema Verkehrswende streben wir eine große Aktion am Hauptbahnhof an. Wir wollen diese idealerweise in Kooperation mit dem Bundesverband der GRÜNEN JUGEND und dem europäischen Dachverband FYEG europaweit durchführen und so auf den transnationalen Zugverkehr aufmerksam machen.

Material

All dem Obenstehenden zufolge planen wir ein hohes Materialaufkommen für das Kampagnenthema „Verkehrswende“. Neben der Ausstattung für unsere Fahrräder (Sattelschutzüberzüge, GRÜNE JUGEND-Fähnchen, Klingeln, Aufkleber, GJ-Regencapes, etc.) brauchen wir Stancels für die Guerillaaktionen, Info- und Flugblätter, Sprühkreide und Bastelmaterial.

3. JUGENDPARTIZIPATION

Für uns als politischer Jugendverband muss Teilhabe von Jugendlichen und auch Kindern jederzeit eine der maßgeblichen Maximen des politischen Handelns sein.

Zu Wahlen gehört auch immer die Aufforderung, das eigene Wahlrecht in Anspruch zu nehmen. Das gilt insbesondere für uns junge Menschen, denn wir sind diejenigen, die die Entscheidungen von heute in den kommenden Jahrzehnten tragen müssen. Wir müssen heute schon dort mitentscheiden, wo es uns betrifft und wohl viel länger betreffen wird. Deshalb ist es wichtig, dass wir junge Menschen in die Parlamente bringen und alle Teile der Gesellschaft wählen dürfen – ohne willkürliche Wahlaltersgrenze!

Das Ebenen übergreifende Thema „Jugendpartizipation“ ist für uns als Jugendverband ein Kernkampagnenthema, denn wer, wenn nicht wir, wird im Wahlkampf die Stimme für die sogenannte Generation Z erheben?

Bezirk

So hat das Thema ganz grundsätzlich eine große Relevanz. Doch speziell im Bezirk können wir auf die politische Jugendvertretung aufmerksam machen, aber auch aufzeigen, wie wichtig die Jugendpartizipation in Jugendzentren und jeglichen Ehrenämtern ist.

Europa

Das Thema Jugendpartizipation ist auf europäischer Ebene nicht zuletzt deswegen relevant, weil dort maßgebliche und richtungsweisende Entscheidungen für die junge Generation getätigt werden. Explizit junge Menschen müssen auch im Europäischen Parlament ihre Themen auf das Tableau bringen können: So hat unser Bundesverband in der Story „Europa, vergiss deine Jugend nicht“ auf eine Perspektive von jungen Menschen aufmerksam gemacht, die im politischen Alltag vieler alter weißer Männer zu selten Gehör findet.

Dazu schreibt der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND:

„Europa vergiss deine Jugend nicht! Die Idee eines geeinten Europas wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem durch eine zerstörerische Austeritätspolitik und immer stärkere Entsolidarisierung zwischen den Staaten der Europäischen Union untergraben. Diese Politik führte gerade für junge Menschen im Süden Europas zu massiver Armut und schwindenden Perspektiven. Doch auch in Deutschland sind immer mehr Menschen mit Zukunftsängsten konfrontiert, leiden unter viel zu hohen Mieten oder werden in Ausbildungen oder Praktika als billige Arbeitskräfte genutzt. Wir wollen eine Politik, die die Interessen dieser Menschen nicht weiter gegeneinander ausspielt, sondern sie zusammenführt. Europa ist für uns eine Chance, gemeinsam für mehr Gerechtigkeit und Zukunftsperspektiven zu kämpfen.

Dafür müssen wir aber endlich von einem Zustand wegkommen, in dem das Dogma der Schwarzen Null und die Interessen von Großunternehmen mehr zählen als die Lebensbedingungen von jungen Menschen. Wir wollen Perspektiven für junge Menschen schaffen. Wir fordern eine echte soziale Absicherung auf europäischer Ebene, gute Arbeitsbedingungen, auch in Ausbildungsberufen, den Ausbau der Jugendgarantie, verpflichtend bezahlte Praktika und Investitionen statt Austeritätspolitik.“

Aktions- und Veranstaltungsideen

Als Aktionsaufhänger planen wir in der Innenstadt junge Menschen anzusprechen und sie zu bitten, ein Kreuz auf ein großes Plakat zu malen und den Claim #jugendgehtwählen zu unterstützen. Daraufhin wollen wir über Partizipationsmöglichkeiten diskutieren und Jugendlichen ihr Recht auf Teilhabe mitgeben.

Auch finden wir interessant, die Bundesverbands-Aktion zur dritten Story kennenzulernen und diese eventuell auf die Straße zu bringen.

Als Jugendverband ist aber auf jeden Fall klar, dass die Kampagne zum Thema Jugendpartizipation unsere Social-Media-Kanäle kurz vor der Wahl dominieren muss. Denn unsere Wahlaufforderung richtet sich zwar grundsätzlich an alle, am meisten jedoch an die Generation U30.

Material

Dies würde bedeuten, dass wir zum Thema Jugendpartizipation hauptsächlich Infozettel und vielleicht ein paar Sticker benötigen, sowie Aktionsmaterial: Pinsel, große Banner und Farbe. Der Bundesverband steuert mit Sicherheit hochwertige Materialien bei und nimmt uns viel Gestaltung ab.

WEITERE AKTIONEN UND VERANSTALTUNGEN IN DEN WAHLKÄMPFEN 2019

Zusätzlich zu den kampagnenorientierten Veranstaltungen – oder auch in Anlehnung an diese – bieten sich speziell im Wahlkampf noch weitere nicht eindeutig einzuordnende Veranstaltungsmodelle an.

Bildungsveranstaltungen mit Partys

Um junge Menschen in Hamburg auch abseits unseres direkten Umfeldes adäquat ansprechen zu können, planen wir verschiedene Bildungsveranstaltungen mit Partys zu verknüpfen.

Zu Beginn der Wahlkampfhochphase möchten wir eine Wahlkampf-Kickoff-Party veranstalten. Zur Halbzeit der Hochzeit, sowie unmittelbar vor dem Wahltag planen wir erneute Wahlkampffeste. Zu den Veranstaltungen vor den Partys werden wir spannende Gäst*innen einladen, um jeweils eine Podiumsdiskussion, einen Vortrag oder einen Hate Slam/politischen Poetry Slam stattfinden zu lassen.

freifilme

An den übrigbleibenden Wochenenden zwischen den Partys soll die Reihe unserer freifilme fortgeführt werden: Angepasst an unsere Kampagnenthemen oder brennende Themen wollen wir Interessierte dazu einladen mit uns einen politischen Film zu schauen, sich fortzubilden und zu diskutieren.

Podcast- und Videoveranstaltungsreihe

Stille und Wahlkampf passt wenig zusammen – um also auch ohne Anwesenheit Input genießen zu können, planen wir eine Podcast- und Video-Veranstaltungsreihe „Frühstücken mit …“, bei welcher wir bekannte Persönlichkeiten der GRÜNEN oder aus grünnahen Kontexten dazu einladen, mit unseren GJ-Kandidat*innen und/oder Sprecher*innen zu essen und zu besprechen, wie sich der Wahlkampf bisher gestaltet und welche Themen sie voranbringen wollen.

„BV trifft die Jugend“

Hieran anknüpfend könnten auch Formate wie ein WorldCafé mit Bezirkskandidierenden in den Bezirken entstehen. „BV trifft die Jugend“ ist passend zu unserer Jugendpartizipations-Kampagne eine anzustrebende Veranstaltung.

Wohnraumkampagne

Auch wollen wir auf Themen zurückgreifen, die wir als GRÜNE JUGEND Hamburg bereits in der Vergangenheit belegt haben. Hierfür können wir uns einmal mehr der Wohnraumkampagne bedienen und sie als weitere Aktion für den Bezirksversammlungswahlkampf nutzen.

Stipp-Visiten

Unsere Nachbar*innen Mecklenburg-Vorpommern und Bremen haben uns außerdem auf dem vergangenen Bundeskongress darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Wahlkampf Unterstützung wünschen. Als Landesverband mit einer hohen Anzahl an aktiven Personen wollen wir dieser Bitte gerne nachkommen und planen Stipp-Visiten in andere Landesverbände. Dort werden wir sowohl personell als auch gerne durch unsere Materialien und Aktionsideen mit Rat und Tat aktiv werden und uns mit den Themen anderer GJler*innen vertraut machen.

Flyern

In der heißen Wahlkampfphase kann es wichtig sein, die Menschen einfach durch die bloße Präsenz auf der Straße zum Wählen aufzufordern. Hierfür ist einfaches Flyern die perfekte Möglichkeit, ohne großen Aufwand für unsere Ideale und Ziele Werbung zu machen. Das Prinzip ist leicht erklärt: Eine Gruppe von 3 bis 9 Leuten schnappt sich ein paar Kampagnenflyer und packt sich je einen Jutebeutel mit kleinen Give-Aways. Dann zieht man gemeinsam los an einen belebten Ort der Wahl: vor Kinos, auf belebten Straßenzügen, in Parks, auf den elternbesetzten Spielplatzbänken…

Ziel der Aktion ist nicht mehr, aber auch nicht weniger, als Menschen mit freundlicher Miene und einer Wahlaufforderung auf den Lippen einen Flyer zu überreichen und sich möglichst nicht in lange Debatten verwickeln zu lassen. Wer Interesse zeigt, kriegt noch ein zum Ort passendes Give-Away und weiter geht’s zur nächsten Person.

Wie Flyernde unangenehme Gesprächspartner*innen abwimmeln können oder in seltenen Fällen mit Interessierten argumentieren können, ohne dabei wertvolle Zeit zu verlieren oder sich in Details zu verlieren, wollen wir unseren Aktiven in einem Flyer-Training näherbringen.

Kneipenwahlkampf

Als weiteres explizit jugendliches Format wollen wir in 4er-Gruppen durch die Szeneviertel der Stadt streifen und in den Kneipen und nächtlichen Lokalen mit Menschen über die GRÜNE JUGEND und die Wahlen sprechen – sie zum Wählen bringen und im besten Fall von den GRÜNEN überzeugen.

Beim Kneipenwahlkampf können sich gerne pro Abend andere Menschen und Konstellationen zusammenfinden, Kampagnenflyer oder kleine Give-Aways mitnehmen und ohne großen Aufwand in die Aktion starten.

Für das Format an sich wird es keine Schulung geben, jedoch achten wir bei der Teamzusammenstellung darauf, dass immer eine ‚erfahrene‘ Person dabei ist und dass es eine Handreichung gibt, die Does and Don’ts, sowie einige basale Argumentationslinien der GRÜNEN JUGEND aufzeigt, damit es ein angenehmer Abend mit dem ein oder anderen Getränk sein kann.

Haustürwahlkampf

Schließlich wollen wir auch durch Haustürwahlkampf sehr effektiv und gezielt mobilisieren. Dabei werden wir uns auf Stadtteile von GJ-Kandidat*innen und solchen mit vielen jungen Menschen konzentrieren. Der Bundesverband der GRÜNEN wird Anfang Januar eine neue App präsentieren, mit derer die Dokumentation des Haustürwahlkampfs deutlich angenehmer und zielgerichteter stattfinden wird, als dies über Papierzettel möglich wäre.

Beim Haustürwahlkampf (oder Tür-zu-Tür-Wahlkampf) geht es darum, in maximal einer Minute eine Kernbotschaft zum Wählen zu vermitteln. Erfahrungsgemäß ist die Zeit zwischen 17 Uhr und 20 Uhr am besten geeignet. Es sind immer zwei Personen zusammen, sodass auch niemand alleine unterwegs ist. Damit unsere Aktiven dafür vorbereitet sind, wollen wir Tür-zu-Tür-Wahlkampf-Trainings anbieten.

BILDUNGSARBEIT FÜR DEN WAHLKAMPF UND MITGLIEDEREINBINDUNG

Wir planen zusammen: Verantwortlichkeiten im Sternprinzip

Nur durch hohen Organisationsaufwand lässt sich ein guter Wahlkampf führen, deshalb wird das Wahlkampfteam Engagierte gezielt fördern und ermutigen Verantwortung in der Planung des Wahlkampfs zu übernehmen, um die Verantwortung und Arbeit auf viele Menschen in einem Netzwerk zu übertragen. Dazu schlagen wir vor, Verantwortliche zu benennen, die gezielt die Organisation von bestimmten Formaten übernehmen, interessierte Mitglieder ermutigen mitzumachen und bei Herausforderungen der späteren Durchführung unterstützen.

Diese Verantwortlichen bilden nicht nur eine Schnittstelle ins Wahlkampfteam, sondern können auch Feedback zur Unterstützung ans Wahlkampfteam rückmelden. Transparenz ist Leitlinie unseres politischen Handelns und hilft darüber hinaus Ressourcen zielgerichtet einzusetzen. Daher sollte das Wahlkampfteam in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Stand des Wahlkampfes und seine Arbeit Auskunft geben.

Bildungsarbeit und Methoden in der Vorbereitung für den Wahlkampf

Der Erfolg politischer Arbeit resultiert aus der Partizipation unserer Aktiven und Mitglieder, daher sollte unser Ziel sein, den Wahlkampf aus der Basis heraus zu führen. Damit der Wahlkampf möglichst niedrigschwellig durchgeführt wird, werden zahlreiche inhaltliche und Methodenworkshops angeboten.

Methoden

Da sich politische Jugendliche aber gerade im Wahlkampf oft gezwungen sehen, ihre Ansichten nicht nur zu erklären, sondern auch zu verteidigen: vor Klassenkamerad*innen, Kommiliton*innen oder Kolleg*innen, in der Familie, oder auf der Straße, was eine ziemliche Herausforderung sein kann, möchten wir die Mitglieder und Aktiven der GRÜNEN JUGEND Hamburg auf solche Debatten 
entsprechend vorbereiten.

Wir wollen hierbei besonders auf die methodische Schulung von FIT*-Personen achten und gegebenenfalls gesonderte Schulungen ausschließlich für FIT*-Personen anbieten.

Um Kräfte zu bündeln, sollten wir diese Weiterbildungen in Kooperation und Absprache mit den Kreisverbänden der GRÜNEN Hamburg und Interessierten aus benachbarten Landesverbänden der GRÜNEN JUGEND organisieren.

  • Veranstaltung zum zeitlichen Management von Beruf / Studium / Schule und sozialem Umfeld / Ruhepausen während des Wahlkampfes
  • Generelle Rhetorik- und Argumentationstrainings und allgemeine Einführung in Straßenaktionen
  • Schulung zum Haustürwahlkampf
  • Schulungen im Umgang mit digitalen Tools der GRÜNEN JUGEND Hamburg

Hierbei achten der Landesvorstand und das Wahlkampfteam darauf, nicht ausschließlich GRÜNEN-Mitglieder als Referierende zu gewinnen.

Neben Schulungen wird das Wahlkampfteam Handreichungen, Reader und Vorlagen zur Organisation von Aktionen bereitstellen, an denen sich alle orientieren können.

Thematische Vorarbeit für den Wahlkampf

Die inhaltliche Vorbereitung unserer Wahlkämpfer*innen wird in den Teams rund um die drei Kampagnen, sowie den korrespondierenden drei Aktiventreffen stattfinden. Dadurch motivieren und befähigen wir die Aktiven und Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Hamburg, sich sicher im Wahlkampf zu präsentieren. Die Aktiventreffen sollen direkt dazu dienen auch miteinander zu spielen, wie Gespräche im Wahlkampf ablaufen könnten.

Interessierte durch kontinuierliche Aktiventreffen und Verbandsarbeit in die GJHH einbinden

Im Laufe des Wahlkampfs werden viele Neue dazukommen. Denen wollen wir nicht nur mit Wahlkampf, sondern auch durch kontinuierliche Aktiventreffen und Verbandsarbeit den repräsentativen und einfachen Einstieg in die GJHH ermöglichen.

SOCIAL-MEDIA-STRATEGIE IN DEN WAHLKÄMPFEN 2019

Um unsere Inhalte Wähler*innen gezielt zu vermitteln, möchten wir Content wie Moodfilme, Informationsgrafiken, Sharepics und Interviews produzieren und diese über unsere Social-Media-Kanäle verbreiten. Eine zeitnahe Veröffentlichung ist hierbei entscheidend. Daher möchten wir Werkzeuge nutzen, die schnelle und demokratische Abstimmungen zur Freigabe von Content ermöglichen. Jedoch sollte bei großen Unstimmigkeiten ein Veto möglich sein. Das Wahlkampfteam sollte Zugriff auf die Social-Media-Kanäle der GRÜNEN JUGEND Hamburg erhalten, sodass es auch eigenständig wahlkampfbezogene Postings vornehmen kann.

Es ist darauf zu achten, dass relevante Inhalte zu strategisch sinnvollen Zeitpunkten veröffentlicht werden, um so eine möglichst hohe Aufmerksamkeit in der Berichterstattung zu erhalten.

In der “heißen Wahlkampfphase” wird es zu einer hohen Frequenz an Postings kommen. Aus diesem Grund bietet sich die Gründung einer Social Media Projektgruppe um Jakob Klooth und die Sprecherinnen Rosa Domm und Emilia „Milla“ Fester an. Diese sollte die Moderation von Beiträgen, sowie das Prüfen von Veröffentlichungen organisieren. Um darauf vorbereitet zu sein, werden Schulungen zur Fortbildung im Social Media Bereich angeboten. Darüber hinaus möchten wir auch Basis-Mitgliedern Schulungen im Umgang mit Tools der GRÜNEN JUGEND Hamburg anbieten, sodass diese selbstständig Content erstellen können und so die Flexibilität des Social Media Teams erhöhen.

Aufgrund der Effektivität gekaufter Werbung möchten wir auch gezielt in den sozialen Medien um Wähler*innen werben. Dafür bedarf es der Aufstellung eines Social Media Budgetsund dem Recherchieren der Kosten von relevanten Keywords. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sollte durchgehend gemessen werden. Nach wie vor kritisieren wir die Datenerhebung bspw. durch Facebook, welche anhand der vor kurzem veröffentlichten internen Dokumente Facebooks durch das britische Parlament nochmals besonders zu kritisieren ist. Gleichwohl sehen wir den Kauf von Werbung als notwendiges Übel an, um unsere progressive Message mehr Menschen zugänglich zu machen.

EUROPA- UND BEZIRKSWAHLKÄMPFE 2019: DER GROBE ZEITSTRAHL

Aus den Anträgen bzgl. des TOP 4 Wahlkampfplanungen zur Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Hamburg 2018.3 (außerordentlich) ergibt sich folgender Zeitstrahl, der von der Landesmitgliederversammlung als Orientierungslinie für den Wahlkampf zu bestätigen ist:

VORBEREITUNGEN

  • Dezember:
  • 15./16.12. GJHH-LMV: Verabschiedung des Wahlkampfhaushalts und 
    Beschlussfassung des groben Wahlkampfs
  • Januar:
  • Beginn Materialerstellung und Kampagnenausarbeitung
  • 30.01.Aktiventreffen: Vorstellung der drei Kampagnen

BEGINN WAHLKAMPF SUPERLIGHT ab 30.01.

Testläufe der Aktionen und Formate

  • Februar/März:
  • Weitere Ausarbeitung der Aktionen und Veranstaltungen
  • Methodenschulungen und Aktiventreffen zu den 3 Kampagnen
  • Ende März: GJHH-Wahlkampflightkickoff

BEGINN WAHLKAMPF LIGHT ab Ende März

Zwei Wahlkampfaktionen oder -veranstaltungen pro Woche

  • April:
  • Reflexion aus dem Wahlkampf Superlight
  • Weitere Methodenschulungen
  • 20.04.GJHH-Wahlkampfkickoff: Party und Fahrradwerkstatt

BEGINN WAHLKAMPF HOCHPHASE ab 20.04.

Durchschnittlich eine Wahlkampfaktion oder -veranstaltung pro Tag (alle 7 Bezirke mindestens einmal abdecken)

  • Mai
  • Einige größere Veranstaltungen
  • letzte Methodenschulungen
  • 11./12.05.GJHH-Wahlkampf-Bergfest & Politischer/Hate Slam

BEGINN ENDSPURT ab 13.05.

Eine Wahlkampfaktion oder -veranstaltung und eine Flyerrunde/Haustürwahlkampf/ Kneipenwahlkampf in einem anderen Bezirk, also 2 Bezirke pro Tag bespielen

  • 24.05.Freitag, 10 Uhr, Start 48-Stunden-Wahlkampf im Schichtensystem
  • 25.05.Abend vor Wahl: Abschlussparty in cooler Location & größere 
    Veranstaltung
  • 26.05.Europa- und Bezirkswahlen und Wahlparty

NACHBEREITUNG

  • Juni:
  • Nachbereitung/Ausblick Wiederverwendung Material

WAHLKAMPF-FINANZEN (2019)

Aktuell stehen 1.500€ im Haushalt 2019 für den Wahlkampf zur Verfügung. Diese wollen wir schwerpunktmäßig für Materialien und Veranstaltungen bzw. Aktionen ausgeben.

Entsprechend werden die Kosten sowohl für Reisen und Übernachtungen als auch für sonstige Aufwendungen im Vergleich zum beschlossenen Haushalt der GRÜNEN JUGEND Hamburg für 2019 reduziert. Da der Haushalt 2019 der GRÜNEN Hamburg bereits beschlossen wurde, ist es auch leider nicht mehr möglich mehr Geld als Grundförderung vom Landesverband der GRÜNEN für den Wahlkampf zu bekommen.

Um dennoch mehr Geld zu bekommen, werden wir in enger Absprache mit den Kreisverbänden einen Aktionsreader erstellen, aus welchem die einzelnen Kreisverbände Aktionen wählen können, um deren Durchführung sich die GJHH gegen finanzielle Mittel kümmern wird. Es ist für uns aber klar, dass wir bei den Kreisverbänden nicht als Bittsteller*innen auftreten werden, sondern im Gegenzug für gut geplante und durchgeführte Aktionen eine gute Bezahlung erwarten.

Wir werden uns darum bemühen europa-thematische Veranstaltungen zusammen mit dem Landesverband der GRÜNEN zu veranstalten, da diese auch maßgeblich für den Europawahlkampf in Hamburg verantwortlich sind.

Unsere Wahlkampfpartys sollen so angelegt werden, dass sie sich selber tragen können und ihre Kosten somit beispielsweise über Eintritt oder Getränkeverkauf wieder eingespielt werden können.

Inhaltliche Veranstaltungen wollen wir soweit wie möglich als Bildungsveranstaltungen durchführen. Dadurch können wir unsere begrenzten finanziellen Wahlkampfressourcen auf die eindeutigen Wahlkampfveranstaltungen konzentrieren und trotzdem eine Menge an Veranstaltungen stattfinden lassen, die auf unsere Kampagnenthemen einzahlen. In dieser Kombination sind wir in der Lage eine Menge an Aktionen auf die Straße zu bringen, viele inhaltliche Veranstaltungen durchzuführen und super Materialien selber zu erstellen beziehungsweise vom Bundesverband zu kaufen.