Wir als GRÜNE JUGEND Hamburg lehnen Gas-Fracking in Hamburg und anderswo entschieden ab.

Seit Ende letzten Jahres sind Gebiete in Harburg und Bergedorf als Aufsuchungsgebiete für Erdgasgewinnung durch die hochgefährliche und umweltbelastende Methode Gas-Fracking genehmigt. Dies beobachten wir mit großer Sorge. Warum?

Beim Fracking werden gas- und erdölhaltige Gesteinsschichten in mehreren Kilometern Tiefe durch Zufuhr von sogenanntem Frackfluid unter hohem Druck aufgebrochen, um Risse im Gestein zu schaffen, zu erhalten oder zu stabilisieren. Frackfluide sind mit Chemikalien versetzte Flüssigkeiten, die in das Bohrloch gepumpt werden. Die genaue Zusammensetzung der Chemikalien wird oft geheim gehalten. Fracking ist daher aus mehreren Gründen ein unkalkulierbarer Eingriff in unsere Umwelt.

Gas-Fracking ist ein starker Eingriff in die Umwelt!

Erstens sind dabei in Frackingregionen in Amerika sowie in Europa auch weit weg von den Grenzen der Kontinentalplatten deutliche Anstiege von Erdbeben zu verzeichnen, also in Gebieten, in denen es bis zum Beginn von Fracking nie zu Erdbeben kam.

Zweitens kommt hinzu, dass Gas-Fracking sehr viele Bohrungen erfordert, da einzelne Bohrstellen nur zeitlich und lokal begrenzt zur Gasförderung genutzt werden können. Dies verwüstet – wie in den USA und Kanada bereits erkennbar – ganze Landstriche. Die angebliche Beeinträchtigung des Ausblicks durch beispielsweise Windräder, welches immer wieder als Grund für den Nichtausbau von Windkraftanlagen genannt wird, ist im Vergleich zu den Folgen durch Fracking vernachlässigbar.

Gas-Fracking schadet unserer Gesundheit!

Darüber hinaus schadet Gas-Fracking unserer Gesundheit. Da zum Beispiel Schiefergasvorkommen nur in sehr großer Tiefe von einem Kilometer und mehr vorkommen, muss beim Gas-Fracking durch trinkwasserführende Erdschichten gebohrt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass das hochgiftige Frackfluid in unser Grundwasser gelangt: dass Fracking eine Vergiftung des Grundwassers verursacht hat, konnte durch wissenschaftliche Studien an mehreren Orten nachgewiesen werden und wird selbst von US-Behörden anerkannt. Einzelne Experten sprechen von einer Grundwasser verseuchung von über 20% durch Fracking in den USA.
Doch nicht nur das Frackfluid ist für uns und die Umwelt Gift, sondern auch und gerade das Lagerstättenwasser. Das Lagerstättenwasser ist die Flüssigkeit, die nach dem Frack-Vorgang wieder an die Oberfläche tritt. Dieses enthält neben den Chemikalien des Frackfluids auch große Mengen an Quecksilber, Benzol und radioaktiven Stoffen. Es stellt sich hier ein ähnliches Problem wie bei der Endlagerung verbrauchter Brennstäbe. Mangels Alternativen sind ExxonMobil und andere Fracking-betreibende Unternehmen dazu übergegangen, das Lagerstättenwasser in die zweifach betonum mantelten, alten Bohrlöcher zu verpressen. Anders als von ihnen behauptet sind diese aber keines wegs dicht oder gar sicher. Wir wissen heute, dass diese schon in den 1920-er Jahren verwandte Technik keine Sicherheit länger als 10-20 Jahre bietet, da der Beton porös wird, das Lagerstätten wasser austreten und sich folglich mit unserem Grundwasser vermischen kann. In einigen Fällen wie beispielsweise in Liverpool wurde das Lagerstättenwasser sogar direkt in Flüsse gespeist. Skandale wie diesen gibt es in der Geschichte des Gas-Frackings haufenweise. Mangels staatlicher Kontrollen, die aufgrund der bisher fehlenden Gesetzgebung bezüglich Fracking ausfallen, sind es oft die Bürger_innen, die Missstände wie diese aufdecken und anprangern müssen.

Gas-Fracking ist nicht nachhaltig!

Neben den Gefahren, die Gas-Fracking bietet, lehnen wir Gas-Fracking auch aufgrund der Idee ab, die dahinter steht. Wer Gas-Fracking vorantreibt, ist der Überzeugung, dass wir unseren Energiebedarf auch weiter aus fossilen Energieträgern decken können, solange wir nur immer weiter durch neue Funde oder technischen Fortschritt fossile Brennstoffe gewinnen können. Das halten wir für falsch. Die Gelder, die in Gas-Fracking und andere Technologien investiert werden, sind besser in der Förderung und der Effizienzmaximierung von erneuerbaren Energien aufgehoben, denn: Sonne und Wind wird es immer in konstanten Mengen geben, fossile Ressourcen jedoch nicht.

Des Weiteren ist nach wie vor nicht klar, wie man das übrigbleibende Lagerstättenwasser aufbewahren soll. Aufbewahrungsprobleme haben wir bereits zu genüge mit Atommüll. Daraus sollten wir lernen und auf keinen Fall weiter gefährliche Stoffe erzeugen, die sich nicht sicher lagern lassen!

Letztendlich können wir Gas-Fracking in Hamburg aber gar nicht verhindern, solange nicht die Bundesgesetzgebung geändert wird. So wird über das, was unter unserem Boden geschieht, nur aufgrund des Bergbaurechts entschieden.

Wir fordern daher:

1. Eine Änderung des Bergbaurechts, die den Kommunen eine rechtliche Handhabe zur Untersa gung von Aufsuchungsgenehmigungen unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes bietet.

2. Ein Verbot von Gas-Fracking in Deutschland und auf dem Weg dahin die Einführung der Pflicht für Unternehmen, vor Erschließung oder Aufsuchung Umweltverträglichkeitsstudien bei den zu ständigen Behörden vorzulegen und genehmigen zu lassen.

Bild „Frack Free Zone“: http://arbolioto.blogspot.de/2013/08/frack-off-movie.html