Das Statistikamt Nord hat heute bekannt gegeben, dass nur 28 Prozent der unter-18-jährigen Wahlberechtigten an den Bezirksversammlungswahlen im Mai teilgenommen haben. Es war die erste Wahl nach der Herabsenkung des Wahlalters in Hamburg.

Maximilian Bierbaum, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Hamburg, erklärt dazu:

„Die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen an den Bezirksversammlungswahlen in Hamburg ist enttäuschend. Wir hätten uns eine höhere Beteiligung gewünscht. Dies bedeutet aber nicht, dass Minderjährige politikdesinteressiert sind. Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg lag die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen über der der 18- bis 22-Jährigen. Auch in Bremen haben sich 16- und 17-Jährige bei der Bürgerschaftswahl 2011 stärker beteiligt als die nachfolgende Altersgruppe.

Im Hinblick auf die Bürgerschaftswahl 2015 in Hamburg muss die Hamburgische Bürgerschaft in einen Dialog mit Bremen treten, um auf Bremens Erfahrungsschatz im Umgang mit dem Wahlalter 16 zurückzugreifen. Wir fordern darüber hinaus eine intensive Zusammenarbeit mit den Jugendverbänden in Hamburg, um mehr junge Menschen im nächsten Jahr zur Wahl zu motivieren.“

Esther Schwedler, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg, ergänzt:

„Auch die Parteien müssen sich bewegen, damit sich junge Menschen in der Politik wiederfinden. Dies kann mit jungen Kandidat_innen gelingen. Vor allem junge Frauen sollten in der Politik gefördert werden, damit sich auch junge Frauen repräsentiert sehen.

Mit der Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre hat Hamburg dennoch eine richtige Entscheidung getroffen. Wählen ab 16 Jahren räumt jungen Menschen das Recht auf Mitbestimmung ein und führt zu mehr Demokratie in der Stadt.“