Am 16. Mai hat die GRÜNE JUGEND Hamburg den Senat in einem offenen Brief dazu aufgefordert, am 2. Juni einen kostenlosen HVV anzubieten. Alle demokratischen Hamburger_innen sollten somit die Möglichkeit haben, gegen die Nazis und für Demokratie, Toleranz und Vielfalt auf die Straße zu gehen. Diese Forderung hat der Senat in einem Antwortbrief am 1. Juni abgelehnt. Begründet hat er dies unter anderem damit, dass dann auch „Anhängerinnen und Anhänger der rechtsextremen Szene“ von einem kostenlosen HVV profitieren würden.

In einer Antwort auf eine schriftliche kleine Anfrage der Abgeordneten Christiane Schneider (LINKE) – Drucksache 20/4390 – legt der Senat dar, dass die Nazis mit von der Hochbahn bereitgestellten Bussen zu ihrer Versammlung nach Wandsbek gefahren wurden. Die Kosten hierfür trägt die Behörde für Inneres und Sport. Die S-Bahn, mit der die Nazis vom Bahnhof Hammerbrook zum Hauptbahnhof transportiert wurden, wird in der Antwort nicht erwähnt.

Mareike Engels, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg, erklärt dazu:

„In einem Antwortbrief auf unsere Forderung nach einem kostenlosen HVV am 2. Juni erklärt Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, dass von einem kostenlosen HVV „auch die Anhängerinnen und Anhänger der rechtsextremen Szene“ profitieren würden. Tatsächlich aber wurden am 2. Juni Nazis mit Bereitschaftsfahrzeugen der Hochbahn nach Wandsbek transportiert. Die Transportkosten übernimmt die Behörde für Inneres und Sport. Es zahlt also die Stadt – NICHT die Nazis!
Wir wollten am 2. Juni einen kostenlosen HVV, damit alle Hamburger_innen die Möglichkeit haben gegen Nazis auf die Straße zu gehen. Der Senat hat aber nur für Nazis einen kostenlosen HVV organisiert. Dieses Verhalten ist absurd!“