Auf ihrer letzten Landesmitgliederversammlung am Mittwoch, den 2. April 2014, hat sich die GRÜNE JUGEND Hamburg gegen die Elterninitiative G9-Jetzt-HH positioniert, die eine sofortige Einführung einer Wahlmöglichkeit zwischen dem Abitur in 12 (G8) und dem Abitur in 13 Jahren (G9) an allen Gymnasien fordert.

Dazu erklärt Janina Abts, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg:

„Wir lehnen das Anliegen der Elterninitiative G9-Jetzt-HH ab. Die Schulen haben momentan genügend damit zu tun, die letzte Schulreform umzusetzen. Die Kapazitäten für eine sofortige Umstellung auf zugleich G8 und G9 an allen Schulen sind nicht gegeben. Wir sind darüber hinaus der Meinung, dass eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 bereits besteht. Allen Schüler_innen steht es frei, das Abitur in 13 Jahren an einer Stadtteilschule zu erreichen. Dadurch, dass Hamburg ein Stadtstaat ist, sehen wir dies auch als realistisch an. Uns ist nicht ganz klar, warum die Elterninitiative nicht anerkennt, dass es G9 bereits an den Stadtteilschulen gibt.

Einige Behauptungen der Elterninitiative sind zudem schlichtweg falsch. So sprechen sich beispielsweise keine öffentlichen Schüler_innengremien für diese Initiative aus. Vielmehr formiert sich unter den Schüler_innenorganisationen gerade ein Bündnis gegen die Initiative.

Ein möglicher Kompromiss, den der Senat mit der Elterninitiative aushandeln könnte, sollte im Konsens mit möglichst vielen politischen Akteuren geschlossen werden – darunter auch der schülerInnenkammer.“

Zusätzlich wurde ein Antrag mit dem Titel „Lebensmittelverschwendung beenden – Containern legalisieren“ beschlossen.

Maximilian Bierbaum, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Hamburg, sagt dazu:

„11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland im Jahr entsorgt. Viele davon sind noch genießbar. Einige Personen engagieren sich gegen diese Lebensmittelverschwendung, in dem sie beim sogenannten Containern Lebensmittel aus dem Müll fischen. Dies ist illegal, da die Entnahme von Abfall aus Mülltonnen rechtlich gesehen Diebstahl ist. Wir fordern daher, dass Müll als „herrenlose Sache“ deklariert wird. Diese Praxis hat sich in Österreich bewährt.

Containern ist aber kein Mittel zum Zweck. Es müssen generell weniger Lebensmittel verschwendet werden. Daher wollen wir uns dafür einsetzen, dass die Regelungen zum Mindesthaltbarkeitsdatum reformiert werden. Zusätzlich sollen Supermärkte verstärkt B-Ware anbieten, anstatt sie zu entsorgen. Schönheitsfehler rechtfertigen keine Lebensmittelverschwendung.“

Weiterhin hat die GRÜNE JUGEND Hambug in Vorbereitung auf die kommende Bürgerschaftswahl einen Fahrplan verabschiedet, in dem sie ihre Weichen für den Bürgerschaftswahlkampf stellt. Sie möchte mit eigenen thematischen Schwerpunkten und zwei eigenen Kandidat_innen in den Wahlkampf gehen. Diese werden im Juni gewählt.

Außerdem wurde ein offener Posten im Landesvorstand nachgewählt. Neue Beisitzerin sowie Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg ist Esther Schwedler (19).

Alle Beschlüsse der Landesmitgliederversammlung sind auf unserer Homepage unter Themen einsehbar.