Die GRÜNE JUGEND Hamburg freut sich, dass es dank tausender Gegendemonstrant_innen gelungen ist, den Aufmarsch der Nazis am 2. Juni in seiner ursprünglich vorgesehenen Form zu verhindern. Leider kam es durch eine fragwürdige Polizeitaktik zu unübersichtlichen Situationen und zahlreichen Verletzungen.

Dazu erklärt Tom Rickers, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Hamburg:

„Es ist ein großartiges Zeichen, dass mehrere tausend Menschen den Naziaufmarsch überwiegend friedlich blockiert haben. Nachdem klar war, dass die ursprünglich genehmigte Route nicht passierbar war, hat die Polizei mit den Nazis eine Alternativroute ausgehandelt. Wie die Ursprungsroute wurde auch diese von der Polizei teils mit brachialer Gewalt freigeräumt. Die Polizei hätte diese Alternativroute angesichts der vielen Gegendemonstrant_innen und der unübersichtlichen Lage in den engen Wandsbeker Wohngebieten nicht durchsetzen dürfen. Hier wurden viele Menschen – auch Anwohner_innen – unnötig gefährdet.
Auch den Polizeikessel, in dem hunderte Antifaschist_innen stundenlang ohne Wasser und Toiletten eingesperrt waren, kritisieren wir!

Angesichts dieser fragwürdigen Polizeitaktik begrüßen wir den Vorschlag von Antje Möller, MdHB und innenpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion, eine Sondersitzung des Innenausschusses einzuberufen.

Wir sind nicht überrascht, aber dennoch schockiert, wie aggressiv die Nazis aufgetreten sind. Besonders nach ihrer Demonstration kam es an verschiedenen Bahnhöfen immer wieder zu Übergriffen auf Gegendemonstrant_innen und Unbeteiligte. Wir verstehen nicht, warum die Polizei die Bevölkerung nicht vor gewaltbereiten Nazis auf ihrem Nachhauseweg geschützt hat. Das Ziel der Polizei, die verschiedenen Gruppen voneinander zu trennen, wurde nicht erreicht – nicht auf der Demo und erst recht nicht auf dem Rückweg.

Mit ihrem Versuch, eine starke rechte Szene in Hamburg zu präsentieren, sind die Nazis dennoch hoffnungslos gescheitert. Sie könnten weder ihre Ursprungsroute, noch kaum die Alternativroute laufen. Hamburg hat gezeigt: Nazis sind nicht willkommen – weder hier noch anderswo!“

Keine 24 Stunden vor der Demonstration der Nazis äußerte sich der Senat zu dem offenen Brief der GRÜNEN JUGEND Hamburg vom 16. Mai, in dem sie einen kostenlosen HVV für den 2. Juni forderte. Der Senat lehnte diesen Vorschlag ab.

Mareike Engels, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg, erklärt hierzu:

„Wir sind vom Hamburger Senat enttäuscht. Quasi in letzter Minute erklärt er, dass ihm die Einnahmen aus Ticketverkäufen wichtiger sind als die Menschen, denen es durch einen kostenlosen HVV möglich geworden wäre, ein starkes Zeichen gegen Faschismus in Hamburg zu setzen. Wir finden es toll, dass durch die Aktion „Hamburg bekennt Farbe“ ein niedrigschwelliges Angebot an alle Bürger_innen, die für Demokratie, Vielfalt und Toleranz demonstrieren, aber nicht nach Wandsbek reisen wollten, gemacht wurde. Die SPD hätte dennoch die Chance gehabt, auch konkrete Zeichen gegen den Naziaufmarsch zu setzen.“