Auch dieses Jahr finden wieder die „Vattenfall Lesetage“ statt, für deren Programm massiv an Hamburger Schulen geworben wird. Kultursenatorin Barbara Kisseler hat es heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Dazu erklärt Mareike Engels, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg:

„Vattenfall versucht sich wieder einmal beliebt zu machen. Neben den Cyclassics sind es vor allem die Lesetage, mit denen sich Vattenfall jedes Jahr im Hamburger Stadtbild präsentiert und Greenwashing betreibt. Wir finden es unhaltbar, dass der Energieriese Vattenfall mit einer groß angelegten Kampagne an Hamburger Schulen für sich werben darf. Wir wollen Schulen, die sich auch kritisch mit einem Unternehmen auseinandersetzen, das eine Mitschuld an Klimawandel und Luftverschmutzung trägt. Es sollte ein Anliegen sein, die Menschen darüber aufzuklären, dass Vattenfall nicht der nette Grundversorger von nebenan ist. Im Gegenteil: Vor dem Atomausstieg hat Vattenfall noch vehement für die Nutzung von Atomkraft argumentiert und damit Menschenleben gefährdet. Jetzt werden 80% des Stroms durch Kohle gewonnen. Lediglich 12% kommen aus regenerativen Energiequellen. Klimaschutzinteressen spielen für das Unternehmen keine Rolle. Der Profit steht im Vordergrund.

Um von dieser rückwärtsgewandten Energieerzeugung abzulenken, sponsort Vattenfall beliebte Sport- und Kulturveranstaltungen in Hamburg – so auch dieses Jahr wieder die „Vattenfall Lesetage“. Dabei wird der Konzern groß vom SPD-Senat unterstützt. Das darf nicht sein. Wir wünschen uns eine kulturelle Vielfalt in Hamburg, aber ohne einen riesigen Energiekonzern im Rücken. Die Lesetage müssen Konzern-frei sein. Wir fordern den Senat auf, Vattenfall die Unterstützung zu verwehren. Ansonsten rufen wir nicht nur die Schulen, sondern alle Hamburger_innen dazu auf, Vattenfall den Rücken zu kehren und stattdessen an den Veranstaltungen des Bündnisses „Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen“ teilzunehmen!“

Die GRÜNE JUGEND Hamburg wird sich an der „Lesetage selber machen!“-Veranstaltungsreihe beteiligen. Sie begleitet die „Vattenfall Lesetage“ kritisch und zeigt, dass literarische und kulturelle Angebote in Hamburg auch ohne das Sponsoring eines Großkonzerns möglich sind.