Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 23% weniger als Männer. Anlässlich des Equal Pay Days, der jedes Jahr den Tag markiert, bis wohin Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen um durchschnittlich genauso viel zu verdienen wie Männer, macht die GRÜNE JUGEND Hamburg heute Nachmittag ein Aktion.

Mit der Aktion „Pay-Gap-Warenkörbe“ will die GRÜNE JUGEND Hamburg gemeinsam mit der GAL-Landesvorsitzenden Katharina Fegebank das Bewusstsein für die Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern schärfen und zur Etablierung des bundesweiten Equal Pay Days beitragen.
Zwei entsprechend der Pay Gap unterschiedlich gefüllte Einkaufswagen stehen symbolisch für die geschlechterabhängige Lohnungerechtigkeit.

Die Aktion findet statt am Freitag, 25. März um 16.00 Uhr am S-Bahnhof Barmbek (Fuhlsbüttler Straße/Ecke Drossselerstraße).

Juliana Wimmer, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg sagt:

„Es ist ein Skandal, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf – auch für den Hamburger Senat! Eine schlechtere Bezahlung hat enorme Auswirkungen auf die soziale Situation der Frauen. Gerade Frauen sind besonders von Altersarmut bedroht, da mit geringerem Lohn auch weniger Rentenansprüche einhergehen.

Frauen arbeiten häufig in Branchen, die kaum gewerkschaftlich organisiert sind, 70 % der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind Frauen. Daher würde die Einführung eines Mindestlohns gerade Frauen helfen. Wichtig ist aber auch die Stärkung von Arbeitnehmer_innenrechten, um Diskrimierung entgegenzuwirken.

Durch die schlechtere Bezahlung steigt die Abhängigkeit vom Ehepartner und sie benachteiligt Frauen, wenn es um eine geschlechteregalitäre Aufgabenteilung im Haushalt und in der Kindererziehung geht, weil auf einen geringeren Lohn für einen Haushalt leichter zu verzichten ist. Zusammen mit dem Bestehen alter Rollenbilder und Mangel an Betreuungsmöglichkeiten bringt dies Frauen dazu, Kinder zu betreuen und zu Hause zu bleiben. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, werden schlechter bezahlte Teilzeitjobs gewählt. Dazu werden veraltete Vorstellungen durch das Steuersystem zementiert, das beispielsweise durch das Ehegatt_innensplitting Anreiz für Frauen gibt nicht oder nur in Teilzeit zu arbeiten.

Die schlechtere Bezahlung von Frauen ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Der Gesellschaft geht viel Know-How verloren, wenn sie ihre Frauen an den Herd verdammt. Die steigende Armut, gerade bei Alleinerziehenden und Alten, verursacht gesellschaftliche Folgekosten, die es im Interesse der einzelnen Frauen, aber auch der gesamten Gesellschaft zu vermeiden gilt. Daher müssen jetzt anpacken und dafür sorgen, dass Frauen genau so viel verdienen und in wenigen Jahren der Equal Pay Day nicht mehr nötig sein wird.“

Die Forderungen der GRÜNEN JUGEND Hamburg:
– gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
– bessere öffentliche Kinderbetreuung, um Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten
– Mindestlohn, von dem jede 4. Frau profitieren würde
– Frauenquote für Führungspositionen
– Abschaffung des Ehegatt_innensplittings
– Genderbudgeting,
– Transparenz/ Offenlegung der Gehaltsunterschiede innerhalb von Unternehmen (wie in Schweden)
– Beibehaltung der Arbeitsstelle Vielfalt