' Bildung – GRÜNE JUGEND Hamburg

  • Eine Bildung von morgen – Aber warum das Ganze? 
    • Bildung als persönliches Recht auf individuelle Entfaltung
    • Bildung als gesellschaftliche Grundlage einer mündigen Bevölkerung
    • Bildung als Grundlage von Teilhabe und Erfolg im Leben und Beruf
    • Werte unseres Bildungsverständnisses und Visionen für die Bildung von 
      morgen

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    • Eine Bildung von morgen – Aber warum das Ganze? 

    Wir als GRÜNE JUGEND Hamburg betrachten Bildung als eine wesentliche Dimension menschlichen Daseins, die in beson­derer Weise zu einem selbstbestimmten Leben in unserer Gesellschaft in Freiheit und Verantwortung beiträgt. Dabei stehen wir voll und ganz hinter dem Grundrecht auf Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Hierbei verstehen wir Bildung als einen lebenslangen Prozess für alle Menschen, der darauf ausgerichtet ist, freie Persönlichkeitsent­faltung zu ermöglichen, Talente zu fördern, gesellschaftliche Teilhabe zu garantieren und demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. [...] 

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Schulen haben eine gesellschaftliche Verantwortung zur nachhaltigen Entwicklung der Gesell­schaft beizutragen. Die UN hat sich das nachhaltige Entwicklungsziel gesetzt bis 2030 weltweit Bildung für alle zu erreichen. Auch in Hamburg gibt es diesbezüglich Verbesserungsbedarf. Schule sollte ein Ort des Miteinanders, der Erkenntnisse und der Persönlichkeitsentwicklung sein. Erfolg sollte dabei verstanden werden als das Erreichen individueller selbstbestimmte Lernziele. Erfolg sollte unabhängig von Herkunft und Geschlecht erreichbar sein. Bildung ist nicht nur Berufsvorbe­reitung, sondern auch Selbstzweck. Diese Vision von schulischer Bildung braucht eine tiefgreifen­den langfristigen Wandel des Bildungsverständnisses und der systemischen Grenzen. [...] 

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Eine rote und grüne Fläche

Als GRÜNE JUGEND Hamburg tragen wir die Vision einer sozial-gerechten, ökologischen und bunten Stadt nicht nur in die Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hinein, sondern wollen auch aktiv mit junggrünen Ideen die Stadt verändern. Unsere zentralen Themen wie Umwelt, Klima und Energie, Bildung und ein Recht auf Stadt haben wir im vergangenen Wahlkampf deutlich hervorgehoben, dafür geworben und werden dies auch weiter tun.

Als Ergebnis der Bürgerschaftswahl am 15. Februar 2015 hat die SPD ihre absolute Mehrheit verloren und ist nun auf eine Koalitionspartnerin angewiesen. Folglich wurden im Februar Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD und den GRÜNEN aufgenommen. Als GRÜNE JUGEND Hamburg haben wir diese Koalitionsverhandlungen konstruktiv-kritisch begleitet und von Anfang an unsere Anforderungen an einen rot-grünen Koalitionsvertrag formuliert. Dieser liegt nun vor.

Wir freuen uns über das deutliche Bekenntnis zur Fahrradstadt. Maßnahmen, die den Radverkehr massiv fördern und den Autoverkehr einschränken, sind längst überfällig. Ein Klimaschutzaktionsplan ist nötig, um Hamburgs Herausforderungen gegenüber dem Klimawandel anzugehen. Der Verzicht auf eine Berufung gegen das Luftschadstoffurteil, Landstromanlagen im Hafen und eine klare Absage gegenüber Fracking sind notwendig. Unzufrieden sind wir mit den Vereinbarungen zur Elbvertiefung, der Absage an eine autofreie Innenstadt und den geringen Ambitionen, den HVV radikal günstiger zu machen. Hierzu werden wir auch bei einer möglichen Regierungsbeteiligung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Proteste äußern.

Im Bereich Bildung und Wissenschaft begrüßen wir die Ziele, die Hochschulen und Kitas in ihrer Qualität zu stärken und finanziell besser zu unterstützen. Hier muss viel passieren, um eine kritische Bildung zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu ermöglichen. Auch freuen wir uns über das Bekenntnis zur digitalen Stadt. Dass die BAföG-Millionen weiter zur allgemeinen Haushaltskonsolidierung verwendet werden, kritisieren wir. Auch werden wir genau hinschauen, ob die zugesagte höhere Finanzierung ausreichen wird und suchen dazu den Dialog mit Studierendenvertreter_innen und der schüler_innenkammer Hamburg.

Im Bereich Recht auf Stadt gibt es erste Schritte weg von der konservativen Hardliner-Politik der SPD. Wir sind uns aber unsicher, ob diese Schritte reichen werden. Zwar soll die Kennzeichnungspflicht für Polizist_innen kommen. Wir haben uns immer dafür eingesetzt, Gefahrengebiete einzuschränken, Cannabis zu legalisieren und ein Bleiberecht für alle zu ermöglichen. Ob die Reform der Gefahrengebiete ausreichen wird, ob die Debatte über ein Modellprojekt für die legale Abgabe von Cannabis im Gesundheitsausschuss am Ende mehr Schein als Sein ist, ob die Flüchtlingspolitik in Hamburg wirklich humaner und liberaler wird – da sind wir skeptisch. Gerade eine Gruppenlösung für die Flüchtlinge der Lampedusa-Gruppe wäre hier notwendig und menschlich gewesen. Wir werden den vorgeschlagenen Weg der Einzelprüfungen sehr kritisch begleiten und uns dafür einsetzen, dass dieser wirklich zu einer ernsthaften Bleibeperspektive führt.

Unzufrieden sind wir auch mit den wirtschaftspolitischen Vereinbarungen. Nahezu alle Maßnahmen scheinen sich dem Wachstumsimperativ unterzuordnen. Mit dem Hamburger Wohlfahrtsindex wollten die GRÜNEN einen Prozess anstoßen, der diese Mechanismen hinterfragt. Wir können nicht verstehen, dass diese Aspekte unberücksichtigt bleiben.

Ob TTIP oder Rüstungsexporte über den Hamburger Hafen, ob ein Adoptionsrecht für alle oder ein Winterabschiebestopp – wichtige, grüne Inhalte fehlen in diesem Vertrag oder kommen zu kurz.

Wir möchten festhalten: Dieser Koalitionsvertrag spiegelt unsere Erwartungen an eine Landesregierung mit grüner Beteiligung nicht in Gänze wieder.

Als GRÜNE JUGEND werden wir den Weg der Partei in jedem Falle konstruktiv, aber kritisch begleiten; verstehen uns aber weiterhin als autonomer Jugendverband. Wir kritisieren, wenn uns etwas nicht in den Kram passt und loben, wenn gute Taten vollbracht werden. Wir schauen dem rot-grünen Senat sehr genau auf die Finger und wenn sein Handeln untragbar wird, werden wir das sagen – wie wir es auch schon unter dem schwarz-grünen Senat getan haben. Wir halten weiter den Kontakt zu Umweltverbänden, zu sozialen Bewegungen, zu Refugees und tragen weiter unseren Protest in die Stadt. Wir sind jung, grün und stachlig – daran werden auch grüne Regierungszeiten nichts ändern. Weiterlesen

Die SchülerInnenkammer Hamburg (skh) , die GRÜNE JUGEND Hamburg, die Jungen Liberalen Hamburg, die Juso SchülerInnen Hamburg und die Schüler Union Hamburg haben sich zu einem Bündnis gegen die Initiative „G9-Jetzt-HH“ zusammengeschlossen.

Dazu =&0=&, stellv. Landesvorsitzende der skh:
=&1=&, Landesvorsitzende der skh ergänzt:

„Hamburgs Jugend zeigt, dass zum Wohl der Schülerinnen und Schüler auch politische Hürden gemeinsam überwunden werden können.“

Als Bündnis wollen wir dem jetzigen Schulsystem Zeit geben sich zu bewähren, bevor es durch vorschnelles Handeln kaputtreformiert wird.

Das von der Initiative „G9-jetzt-HH“ geforderte G9 an Gymnasien würde die Stadtteilschulen in ihrer Einführungsphase extrem schwächen.
Statt vorhandene Mittel für überstürzte Reformen zu verschwenden, sollten sie besser zur Optimierung der bestehenden Strukturen eingesetzt werden. Insbesondere an StS ist die finanzielle Situation prekär – hier ist es notwendig zeitnah zielgerichtete Investitionen zu tätigen. Weiterlesen

Auf ihrer letzten Landesmitgliederversammlung am Mittwoch, den 2. April 2014, hat sich die GRÜNE JUGEND Hamburg gegen die Elterninitiative G9-Jetzt-HH positioniert, die eine sofortige Einführung einer Wahlmöglichkeit zwischen dem Abitur in 12 (G8) und dem Abitur in 13 Jahren (G9) an allen Gymnasien fordert.

Dazu erklärt =&0=&, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg:
=&1=& Weiterlesen

In Hamburg hat sich eine neue Elterninitiative gegründet, die eine sofortige Einführung einer Wahlmöglichkeit zwischen dem Abitur in 12 (G8) und dem Abitur in 13 Jahren (G9) an allen Gymnasien fordert.

Wir als GRÜNE JUGEND Hamburg lehnen diese Forderung ab und sprechen uns gegen das konkrete Anliegen der Initiative aus. Die Schulen haben momentan genügend damit zu tun, die letzte Schulreform umzusetzen. Die Kapazitäten für eine sofortige Umstellung auf zugleich G8 und G9 an allen Schulen sind nicht gegeben – weder an den Schulen personell, noch finanziell von Seiten der Schulbehörde. Wir möchten die möglichen Mittel lieber für die Umsetzung einer funktionsfähigen Inklusion an Stadtteilschulen einsetzen als für überflüssige und komplizierte Reformen.

Wir sind der Meinung, dass eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 bereits besteht. Allen Schüler_innen steht es frei, das Abitur in 13 Jahren an einer Stadtteilschule zu erreichen. Dadurch, dass Hamburg ein Stadtstaat ist, sehen wir dies auch als realistisch an. Wir können uns in diesem Punkt nicht mit Flächenländern vergleichen. Ein Wechsel auf eine Stadtteilschule sollte immer möglich sein. Uns ist nicht ganz klar, warum die Elterninitiative nicht anerkennt, dass es G9 bereits an den Stadtteilschulen gibt.

Wir befürchten daher, dass eine Schwächung der Stadtteilschulen bewusst in Kauf genommen wird. Einige Behauptungen der Elterninitiative sind zudem schlichtweg falsch. So sprechen sich beispielsweise keine öffentlichen Schüler_innengremien für diese Initiative aus. Vielmehr formiert sich unter den Schüler_innenorganisationen gerade ein Bündnis gegen die Initiative.

Ein möglicher Kompromiss, den der Senat mit der Elterninitiative aushandeln könnte, sollte im Konsens mit möglichst vielen politischen Akteur_innen, darunter auch die schülerInnenkammer, geschlossen werden. Inhaltlich würden wir einen solchen Kompromiss an einer geeigneten Stelle bewerten.

Bild: Klassenzimmer von iwanp., Lizenz: CC BY-SA 2.0 Weiterlesen

Am morgigen Donnerstag rufen viele Hamburger Schüler_innen zu einem Schulstreik auf, um die Flüchtlinge der Lampedusa-Gruppe zu unterstützen.

Dazu erklärt =&0=&, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Hamburg:

„Hier wird Demokratie gelebt! In der Schule sollte nicht nur reines Sachwissen wie Mathematik oder Englisch gelehrt werden, sondern Schule sollte auch grundlegende Werte unserer Gesellschaft vermitteln. Einer dieser Werte ist die politische Meinungsäußerung. Wir freuen uns daher über die Initiative der Hamburger Schüler_innen, einen Schulstreik auszurufen, um für ein Bleiberecht für die Flüchtlinge der Lampedusa-Gruppe zu streiten. Was für ein starkes Zeichen so ein Schulstreik setzen kann, haben wir im Oktober in Frankreich und im letzten Jahr in Hamburg gesehen, als demonstrierende Schüler_innen die Abschiebung einer Mitschülerin verhinderten.“ [...] 

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von Marleen Kötz, 18 Jahre, Schülerin

Wir verbringen in unserem Leben eine Menge Zeit in der Schule. Dort lernen wir Mathe, Deutsch, Englisch und was man sonst noch so an Fächern hat. Aber sollte Schule nicht auch in anderen Bereichen bilden? Gibt es keine Stärken, Fähigkeiten und Begabungen außerhalb des Fächerkanons? Wir sollten lernen, die Welt um uns herum zu kennen und mit ihr umzugehen. Wir sollten auch lernen, Ziele zu entwickeln und sie zu verwirklichen.

Diese Fähigkeiten sollten ALLE Menschen erwerben, doch durch unser bestehendes Schulsystem ist bereits vorgegeben, wer zu den Lerngewinner_innen und wer zu den Lernverlierer_innen gehören wird.
In Deutschland werden die Kinder oft schon nach der vierten Klasse in drei verschiedene Schultypen kategorisiert. So werden bereits im Alter zwischen neun und zehn die Weichen für die weitere Schullaufbahn gestellt. Durch diese frühe Einteilung werden die sozialen Unterschiede, die die Kinder von zuhause „mitbekommen haben“ zementiert.

Durch ein längeres gemeinsames Lernen profitieren die „bildungsfernen“ Kinder, da sie die Unterstützung bekommen, die sie brauchen; beispielsweise können Kinder, die das betreffende Thema bereits verstanden haben, eine wichtige Stütze sein. Auch diese vermeintlich Leistungsstarken müssen darunter nicht leiden – Wiederholungen helfen, das Gelernte zu verfestigen. Hinzu kommt, dass auch insgesamt eher leistungsschwache Schüler_innen Fähigkeiten haben, die sie an die Leistungsstarken vermitteln können.
Gleichzeitig wird durch den Erfolg, jemand anderem helfen zu können, das Selbstbewusstsein gestärkt. Jedes Kind lernt anders und es ist wichtig, dass jede_r etwas zu einem gemeinschaftlichen Arbeiten und Lernen beisteuert.
Deshalb ist es wichtig, dass alle Kinder länger die Chance haben mit- und voneinander zu lernen.

Außerdem gibt es viele Kinder, die erst nach der 4. Klasse richtig durchstarten. Eine frühe Einteilung in „gut“ und „schlecht“ führt zur Demotivierung vieler Schüler_innen mit Potenzial. Auf Stadtteilschulen zum Beispiel machen viele Menschen Abitur, die in der 4. Klasse gar keine Gymnasialempfehlung hatten. Und dann gibt es auch immer wieder die, die von Gymnasien auf die Stadtteilschulen wechseln, weil sie dem Druck eben doch nicht gewachsen waren. Wer kann ein Kind schon in seinem 10. Lebensjahr für die nächsten Jahre einstufen?
Ersparen wir allen Beteiligten doch diesen Stress und unnötigen Druck und gehen mit einem grünen Wechsel weiter in Richtung eine Schule für ALLE!
Wissen ist Macht. Und in einer Demokratie sollten alle Menschen Macht haben. Also die gleiche Chance auf gleiche Bildung!

In Hamburg hatten wir Aussichten auf ein längeres gemeinsames Lernen, doch Pustekuchen. So langsam erholen sich die Schulen wieder von dem Chaos der letzten Jahre und alles nimmt wieder seine gewohnte Gestalt an. Jetzt kommt wieder eine neue Elterninitiative – „G9 jetzt“. Die Unterstützer_innen fordern, dass an den Gymnasien eine Wahlmöglichkeit besteht, die Schule mit acht oder mit neun Jahren abzuschließen.
13 Jahre Lernen ist theoretisch eine feine Sache. Man hat ein Jahr länger Zeit, sich auf sein Abitur vorzubereiten; hinzu kommt, dass dadurch auch Zeit bleibt, um soziale Kompetenzen zu erlernen. Die Idee ist aber nicht ganz neu. In Stadtteilschulen macht man sein Abitur in neun Jahren. Wenn man also auf einem Gymnasium überfordert sein sollte, gibt es die Möglichkeit auf eine Stadtteilschule zu wechseln. Ich glaube, dass die Eltern, die bei der Initiative „G9 jetzt“ mitwirken, ihre überforderten Kinder, nicht vom Gymnasium nehmen wollen, da Stadtteilschulen noch immer einen schlechteren Ruf haben. Doch genau das ist der Grund, weshalb wir eine Schule für ALLE brauchen. Wenn die Wahlmöglichkeit an den Gymnasien eingeführt wird, wird es so sein, dass weniger Kinder aus unterstützenden Elternhäusern auf eine Stadteilschule kommen und so ihr Konzept des gemeinsamen Lernens geschwächt wird.
Ich bin gegen diese Initiative, weil sie die Einteilung in gesellschaftliche Gruppen fördert und ein gleichberechtigtes Lernen erschwert.

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An den meisten Schulen stimmt der pädagogische Personalschlüssel nicht. Das bedeutet, dass das Verhältnis zwischen pädagogischen Fachkräften und Schüler_innen nicht passt.
Um jedem Kind die passende Förderung bieten zu können, beraucht man geschultes Personal, das sich die Zeit nimmt, auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler_innen einzugehen. Viele Kinder – egal aus welchen sozialen Milieus – haben soziale Probeme. Um diese zu minimieren braucht man Menschen. Menschen die da sind, zuhören oder mit den Eltern reden können. So etwas kann eine Lehrerin oder ein Lehrer wärend des Unterrichts nicht schaffen. Deshalb bin ich dafür, neben mehr Lehrer_innen auch mehr Sozialpädagog_innen einzustellen.

Um die Gesellschaft zu ändern, muss von dem Glauben abgerückt werden, dass nur die „Elite“ die Verantwortung übernehmen kann. Denn um wirklich etwas zu bewegen, braucht es mehr als gute Noten. Es werden verschiedene Talente, Charaktereigenschaften und Sichtweisen benötigt, um eine Demokratie facettenreich zu gestallten. Das Ziel von Politik sollte es ja sein, dass es möglichst vielen Menschen gut geht. Das kann unmöglich von nur einer Art Mensch geschafft werden. Weiterlesen

Die GRÜNE JUGEND Hamburg spricht sich gegen ein Zentralabitur in sämtlichen Fächern in Hamburg aus. Stattdessen engagieren wir uns für autonome Schulen, welche ihre Themenschwerpunkte selber setzen können.

Ein Zentralabitur schränkt die Bildungsdiversität ein und schließt die schwerpunkt- und interessengeleitete Unterrichtskonzeption in der Oberstufe von vornherein aus. Die vor kurzer Zeit eingeführte Profiloberstufe wird zur Farce, wenn einer zum Teil kreativen Fächerkombination innerhalb eines Profils keine darauf ausgelegte Prüfung folgt.

Hinzu kommt, dass der Sinn der Profiloberstufe unter anderem das fächerübergreifende Lernen ist. Da die Fachkombinationen aber unterschiedlich sind würde ein Zentralabitur dies stark einschränken. Versucht man das Zentralabitur mit der Profiloberstufe und dem fächerübergreifenden Lernen zu kombinieren, wird es sich zwingend negativ auf die Qualität auswirken. Durch die Profiloberstufe unterscheiden sich nicht nur die inhaltlichen Schwerpunkte eines Faches, sondern auch die Anzahl der Wochenstunden kann unterschiedlich sein. Während das profilgebende Fach immer vierstündig unterrichtet wird, kann in einem anderen Kurs dasselbe Fach nur zweistündig unterrichtet werden. Eine zentrale Prüfung müsste sich dann auf die Überschneidungen aller unterschiedlichen Formen des Faches beschränken. Auf diese Art kann keine hohe Qualität gesichert werden.
Wir wollen Vergleichbarkeit nicht durch inhaltliche Konformität, sondern durch fachspezifische Lern-Kompetenzen erreichen, welche im Unterricht erworben und in den Prüfungen abverlangt werden.

Die GRÜNE JUGEND Hamburg möchte das Abitur auch bundesweit vergleichbar machen. Trotzdem lehnen wir das Zentralabitur ab, da wir die thematische und inhaltliche Bindung, die damit einhergehen würde, nicht wollen. Stattdessen sollen sich alle Bundesländer auf gemeinsame Lern-Kompetenzen einigen, welche in allen dezentralen Prüfungen abverlangt werden. Selbstverständlich werden weiterhin alle dezentralen Prüfungen von den zuständigen Behörden und Ministerien auf die notwendige Qualität geprüft. Somit kann garantiert werden, dass alle Abiturprüfungen nicht nur gleiche Kompetenzen abverlangen, sondern auch wirklich vergleichbare Ansprüche stellen.

Auf diesem Weg entsteht Vergleichbarkeit ohne die Schulen, Lehrer_innen und Schüler_innen an bestimmte Themen zu binden. Den Schulen bleibt damit frei, mit welchem inhaltlichen Schwerpunkt die erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden und können somit auch direkt auf die Interessen der Schüler_innen eingehen, was sich positiv auf die Lernmotivation und das Unterrichtsinteresse auswirkt. Weiterlesen

Wir in der GRÜNEN JUGEND wollen die Gesellschaft verändern. Mehr Miteinander, mehr Fürsorge, mehr Verständnis, mehr Akzeptanz, mehr Teilhabe, mehr Demokratie – dafür streiten wir. Der Mensch an sich ist aber träge. Hat er erst einmal seinen Platz in der Gemeinschaft gefunden, kugelt er sich ein und möchte wenig Veränderung. Ein Umdenken in der Gesellschaft ist nicht möglich, ohne dafür so früh wie möglich die Weichen zu stellen. Kinder sind unsere Zukunft – möchten wir die Zukunft verändern, müssen wir unsere Kinder in einer offenen, sozialen und toleranten Welt begrüßen und großwerden lassen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer anderen Gesellschaft ist die frühkindliche Bildung. Dieser Teil des Bildungswesens wurde viele Jahre ignoriert, dabei ist es die Kindheit, die einen Menschen wesentlich prägt.

Die Kita als Bildungsstätte hat ein unglaublich hohes Potenzial. Das muss genutzt werden! Dabei möchten wir nicht, dass die Kita zur Vorschule wird und den Alltag der Kinder bereits früh verschult. Bildung ist mehr, als die Schulbank zu drücken und grammatikalische Strukturen auswendig zu lernen. Kinder lernen auf viele verschiedene Arten und Weisen. Es mag unsinnig klingen, Kinder streiten zu lassen, aber aus allen Situationen, egal ob Erwachsene sie als positiv oder negativ einstufen, lernen Kinder. Sobald ein Kind aber eine Situation oder ein Erlebnis mit einem bestimmten Gefühl verknüpfen kann, hat es dazu gelernt. Ein Kind muss sich streiten dürfen, damit es früh lernt, mit Konflikten umgehen zu können. Ein Kind muss sich verletzen dürfen, damit es früh lernt, Gefahrenlagen richtig einschätzen zu können. Ein Kind muss im Winter nackt in den Garten gehen dürfen, damit es früh lernt, was ‚kalt‘ und was ‚warm‘ bedeutet. Ein einfaches ‚Kind, zieh‘ dir was an, es ist kalt!‘ hilft dem Kind nicht, da es mit dem Begriff ‚kalt‘ nichts verbindet.

Um diesen Lernprozess zu ermöglichen, bedarf es einer feinfühligen Balance zwischen Selbstbestimmung der Kinder und Eingreifen der Erzieher_innen. Kinder sollten selbstbestimmt ihren Alltag gestalten; Erzieher_innen muss aber das Recht vorbehalten sein, Regeln und Maßnahmen zu erlassen, wenn aus ihrer Sicht die Sicherheit des Kindes, anderer Personen oder Sachen bedroht ist oder die Grenzen anderer Personen verletzt werden. Ihr Handeln sollte dem Grundsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ zugrunde liegen.

Das Zusammenspiel von Erzieher_innen und Kindern sollte in einer Art demokratisch legitimierter Verfassung geregelt sein, die sich die Kita gibt. In dieser Verfassung sollten Erzieher_innen, Eltern und Kinder gemeinsam ein Konzept erarbeiten, mit dem der Kita-Alltag allen bedarfsgerecht geregelt ist. Auch transparent geregelte Regeln und Verbote sollen in der Verfassung stehen. Der sichere Alltag ist ohne Regeln nicht gewährleistet – es muss aber für die Kinder klar sein, warum einzelne Dinge erlaubt und andere verboten sind. Willkür von Erzieher_innen ist fehl am Platze. Uns ist wichtig, dass Kinder ihre Welt selbst gestalten. So werden Kinder schon früh in die Demokratie eingeführt. Davon erhoffen wir uns langfristig die demokratische Gesellschaft, die wir uns wünschen.

Neben dieser partizipativ-demokratischen Kita, die wir uns als ideal vorstellen, sollen aber natürlich auch andere Kita-Formen bestehen. Wir möchten eine Vielfalt an Einrichtungen! Zu dieser Vielfalt zählen wir auch kirchliche Kitas und Kindergärten.

Damit alle Kinder diese frühkindliche Bildung genießen können, fordern wir eine generelle Kita-Pflicht ab dem vierten Lebensjahr. Um die Erziehung aber nicht vollständig zu verstaatlichen, sollte geprüft werden, wie viel Kita verpflichtend sein sollte. Es muss ein Gleichgewicht zwischen dem staatlichen Bildungsauftrag, dem Willen der Eltern und dem Willen des Kindes geschaffen werden. Hierfür eignet sich ein Beratungsgespräch zwischen der Familie und dem Jugendamt, zu dem kurz vor dem vierten Geburtstag des Kindes eingeladen wird oder eine Probezeit, in der sich das Kind mit den Eltern die Einrichtung ansehen darf.

Diese Kita-Pflicht muss aber auch Ausnahmen ermöglichen. Wenn sich das Kind und/oder die Eltern aber gegen den Kita-Besuch aussprechen, sollten sie eine alternative Möglichkeit der frühkindlichen Bildung, wie zum Beispiel Tagesmütter_väter, vorweisen.

Die Neugestaltung der frühkindlichen Bildung wird wie fast alle politischen Vorhaben Geld kosten. Gebühren für den Kita-Besuch lehnen wir aber ab! Was zu hohe Kita-Gebühren für Familien bedeuten, hat die Protestwelle in Hamburg während der schwarz-grünen Koalition gezeigt.

Die von uns geforderte Abschaffung der Kitagebühren wird die Haushalte stark belasten. Der Wegfall der Kitagebühren muss daher durch ein solidarisches Steuersystem ausgeglichen werden. Wer viel Geld verdient, muss auch Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Dies gilt auch für Menschen, die persönlich gar keine Kinder haben. Die frühkindliche Bildung ist zu großen Teilen Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Es kann nicht sein, dass Menschen mit geringen Einkommen, die sich entscheiden, Kinder zu haben, mit größeren Summen belastet werden als ihre besser verdienenden Nachbarn ohne Kinder. Auch das Kooperationsverbot zwischen dem Bund und den Ländern muss überdacht werden. Alle haben sich an der Finanzierung unserer Kindertagesstätten zu beteiligen!

Einsparungen können die Haushaltslage zusätzlich entspannen. Es muss sich hierbei jedoch um sinnvolle Einsparungen handeln. Im Bereich der Bildung sollte stets besonders kritisch hinterfragt werden, ob Einsparungen nicht zu folgeschweren Kosten der jüngeren Generation gehen.

Diese Neustrukturierung der Finanzierung ist auch von Nöten, um den Beruf der Erzieherin_des Erziehers attraktiver zu gestalten. Dies ist dringend notwendig, um eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu gewährleisten. Attraktivität wird nicht nur mit höheren Gehältern, sondern auch mit einer besseren Ausbildung erreicht. Auch diese wird den Staat Geld kosten. Doch diese Investitionen werden sich in der Zukunft auszahlen. Nur mit gut ausgebildetem Fachpersonal kann der Prozess der Selbstbestimmung zusammen mit Kindern und Eltern zum Erfolg führen.

Eine Steigerung der Attraktivität führt auch dazu, mehr Männer für diesen Beruf zu begeistern. Diese sind leider in frühkindlichen Bildungsstätten immer noch unterrepräsentiert. Dabei ist es notwendig, mehr Männer in Kitas zu haben. Wir wollen dadurch aber nicht erreichen, dass männliche Erzieher Jungs zu ‚starken Männern‘ erziehen, während weibliche Erzieherinnen endlich Zeit haben, mit den Mädchen in der Puppenecke zu spielen. Die Erziehung soll geschlechtsneutral verlaufen und Kinder sollten sich frei von Normen entwickeln. Vielmehr sollen Männer in Kitas Rollenbilder aufbrechen und zeigen, dass auch Männer einfühlsam, behutsam und gefühlvoll vorgehen können und dass die Erziehung nicht nur Frauensache ist.

Zu unserer gesellschaftlichen Vision einer Demokratie gehört die Demokratisierung  aller Lebensbereiche – von Anfang an. Das gilt auch für Kindergärten und Kitas – also Einrichtungen, in denen insbesondere Jüngeren bisher ihr Recht auf Mitbestimmung verwehrt blieb. In unserer Vision sollen Kinder selbstbestimmt leben und selbst entscheiden können, was für sie das Richtige ist. Daher soll das Mitentscheiden und Wählen auch schon im Kindergarten zum Alltag gehören.

Die Kindheit ist wie eine Blume. Die Wurzeln sind wie die Gene, aber das Umfeld bestimmt, wie sie blüht. Weiterlesen